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Die letzte Maschine: Eine Nacht mit einem Fremden

Fremde Kurzgeschichten · Lesedauer ca. 9 Min · Ab 18 Jahren

Das Schicksal hatte diesen Tag mit Absicht sabotiert. Um elf Uhr nachts stand ich noch immer in der Warteschlange, während die letzten Hoffnungen auf ein eigenes Bett zerbröselten. Der Flug nach Wien gestrichen, die Hotline tot, und vor mir eine Traube von Reisenden, die um Hotelgutscheine kämpften wie ausgehungerte Tiere.

„Ein Zimmer im Airport-Hotel“, sagte die Dame am Counter, ohne aufzusehen. „Taxi bringt Sie hin. Morgen früh um sechs der nächste Flug.“ Ich nickte, nahm den Zettel und schob mich durch die Menge zur Taxischlange. Zwanzig Minuten später stand ich in einer Lobby, die nach Desinfektionsmittel und Resignation roch. Der Schlüssel klebte fettig an meinen Fingern. Zimmer 312. Ich ließ mich aufs Bett fallen, starrte an die Decke und fragte mich, was ich hier eigentlich sollte.

Der Mann an der Bar

Der Hunger trieb mich nach unten. Die Bar war bis auf einen Gast leer. Er saß auf einem Hocker, ein Glas Whisky vor sich, und blätterte gelangweilt in einem Magazin. Als ich eintrat, sah er auf und nickte knapp. Mitte dreißig, schätze ich, mit dunklen Haaren, die ihm in die Stirn fielen, und einem Lächeln, das entwaffnend wirkte. Ich bestellte Rotwein und setzte mich in die Ecke.

„Auch gestrandet?“, fragte er nach einer Weile, ohne sich umzudrehen. Seine Stimme klang warm, mit einem Hauch von Heiserkeit.

„Wie alle hier, nehme ich an.“

Er drehte sich um und musterte mich offen. „Der letzte Flug nach Frankfurt. Seit vier Stunden Verspätung, dann gecancelt. Und Sie?“

„Wien. Gleiche Geschichte.“

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Er lachte leise. „Tröstlich, dass das Schicksal uns alle gleich behandelt.“ Er hob sein Glas. „Auf die Tücken der Luftfahrt.“

Ich prostete ihm zu und trank. Der Wein war lauwarm, aber er tat gut. Wir sprachen über absurde Fluggeschichten, dann über unsere Reiseziele. Er war beruflich unterwegs, irgendwas mit IT, viel unterwegs. Ich mochte seine Art zuzuhören, sein Lachen — tief und echt, ansteckend. Nach einer Weile setzte er sich an meinen Tisch, ohne zu fragen, aber es fühlte sich richtig an.

„Lena“, sagte ich, als er nach meinem Namen fragte.

„Jonas.“

Seine Hand lag auf der Tischplatte, die Finger lang und schmal. Ich sah sie an und stellte mir vor, wie sie sich auf meiner Haut anfühlen würden. Ein Schreck durchfuhr mich, aber ich ließ den Gedanken nicht los. Ich spielte damit, während ich ihm von meiner Arbeit erzählte. Er hörte zu, nickte, stellte Fragen. Seine Aufmerksamkeit war intensiv, fast greifbar.

„Noch einen?“, fragte er, als mein Glas leer war.

„Ich sollte eigentlich schlafen.“

„Schlaf ist überbewertet.“ Er lächelte wieder. „Kommen Sie, ein letztes Glas aufs Zimmer. Meins hat eine Terrasse. Wir könnten noch reden.“

Ich zögerte nicht lang. Vielleicht lag es an der Müdigkeit, an der seltsamen Vertrautheit, an der Situation. Ich stand auf und folgte ihm zum Aufzug. Im Fahrstuhl standen wir nebeneinander, unsere Arme berührten sich leicht, und ich spürte einen leichten Stromschlag. Er sah zu mir herunter, sagte nichts, aber seine Augen glitten über mein Gesicht, blieben an meinem Mund hängen.

Die Schwelle zum Zimmer

Sein Zimmer war größer als meines, mit einem kleinen Balkon, der auf die beleuchtete Startbahn hinausging. Die Fenster geschlossen, die Klimaanlage brummte leise. Er öffnete eine Flasche Rotwein, schenkte mir ein Glas ein und setzte sich neben mich aufs Bett. Nicht direkt neben mich, aber nah genug, dass ich seinen Duft wahrnahm: Moschus, Zitrus, ein Hauch von Whisky.

Wir redeten weiter, aber die Worte wurden nebensächlich. Seine Hand lag auf der Bettdecke, und ich legte meine daneben, die Finger nur Millimeter voneinander entfernt. Ich spürte die Wärme, die von ihm ausging, hörte seinen Atem. Er beugte sich vor, stellte sein Glas auf den Nachttisch, und dann waren seine Lippen auf meinen.

Es war kein sanfter Kuss, sondern ein fordernder, ein fragender. Seine Hand legte sich an meinen Nacken, zog mich näher. Ich öffnete den Mund, ließ seine Zunge herein, kostete Whisky und etwas Salziges. Meine eigene Hand fand seinen Oberschenkel, spürte den festen Muskel unter der Hose. Er stöhnte leise in meinen Mund und schob mich rückwärts aufs Bett.

„Bist du sicher?“, fragte er direkt in mein Ohr, seine Stimme rau.

„Ja“, flüsterte ich zurück. Und es stimmte. Ich war sicher, so sicher wie schon lange nicht mehr.

Er kniete über mir, zog mir langsam die Bluse aus, ließ seine Finger über meine Arme gleiten, während er mir in die Augen sah. Jeder Knopf war eine kleine Ewigkeit. Als der Stoff fiel, beugte er sich herunter und küsste meine Schulter, mein Schlüsselbein, die Mulde zwischen meinen Brüsten. Ich zog an seinem Hemd, knöpfte es auf, ließ meine Hände über seine Brust gleiten — glatte, warme Haut, ein leichter Haarflaum. Meine Finger strichen über seine Brustwarzen, und er zuckte zusammen, lachte leise.

„Empfindlich?“, fragte ich.

„An manchen Stellen.“ Er griff nach meinem BH-Haken, öffnete ihn mit einer Übung, die mich neugierig machte. Dann befreite er meine Brüste, betrachtete sie, bevor er den Mund auf eine Spitze legte. Seine Zunge heiß, kreiste langsam, während seine Hand die andere massierte. Ich bog mich durch, schloss die Augen, ließ mich fallen. Der Schauer, der durch meinen Körper jagte, endete tief in meinem Bauch. Ich spürte, wie meine Brustwarzen unter seiner Zunge hart wurden, und presste ihn enger an mich.

Seine Hand wanderte tiefer, über meinen Bauch, bis zu meinem Slip. Er zog ihn langsam herunter, seine Finger folgten dem Saum. Ich hob das Becken, um ihm zu helfen, und dann war ich nackt unter ihm, und er ließ sich auf mich sinken. Seine Haut auf meiner, warm und schwer. Ich spürte seinen Penis an meinem Oberschenkel, hart und drängend. Er bewegte sich gegen mich, ein langsames Reiben, das mich verrückt machte.

„Ich will dich schmecken“, murmelte er und rutschte nach unten. Ich hielt den Atem an, als seine Zunge zwischen meinen Beinen landete. Der erste Kontakt war elektrisch. Er leckte langsam, genießerisch, meine Klitoris umkreisend, bevor er sie in den Mund nahm. Ich stöhnte laut, vergrub meine Hände in seinen Haaren. Sein Rhythmus wechselte zwischen sanft und fordernd, ließ mich nicht los. Ich spürte die Spannung in mir steigen, mein Becken bewegte sich gegen sein Gesicht. Er legte zwei Finger in mich, während seine Zunge weitermachte, und ich explodierte um ihn herum. Mein Körper bog sich durch, ein Schrei entkam mir, und er trank mich aus, bis der letzte Zucken verklang.

Nackte Haut und heiße Berührungen

Er kam wieder hoch, sein Gesicht feucht, die Augen dunkel. „Du schmeckst unglaublich“, flüsterte er und küsste mich, und ich schmeckte mich selbst auf seinen Lippen. Dann positionierte er sich über mir, seine Hüften zwischen meinen Beinen. Ich sah ihm in die Augen, als er in mich eindrang — langsam, Zentimeter für Zentimeter, bis er ganz in mir war. Ich schnappte nach Luft, umklammerte seinen Rücken mit den Beinen. Er hielt inne, ließ mir Zeit, sich anzupassen.

Dann begann er sich zu bewegen. Ein rhythmischer Stoß, dann noch einer, dann ein gleichmäßiger, treibender Rhythmus. Seine Hand lag auf meiner Hüfte, zog mich in seine Bewegung. Ich vergrub meine Finger in seinem Rücken, spürte den Schweiß auf seiner Haut. Er beugte sich vor, küsste mich, und seine Stöße wurden tiefer, fester. Ich war voll von ihm, ausgefüllt, jede Faser meines Körpers konzentrierte sich auf den Punkt, wo wir verbunden waren. Die Reibung trieb mich höher, Welle um Welle.

Die Welt um uns herum verschwamm. Das Brummen der Klimaanlage, das ferne Dröhnen eines startenden Flugzeugs — alles unwichtig. Es gab nur noch seine Hüften, seinen Atem, seine Hände, die mich an den richtigen Stellen berührten. Er veränderte den Winkel, traf etwas in mir, das mich aufschreien ließ. Ich krallte mich in die Laken, während die Lust durch mich hindurchrollte, ohne Pause.

Der Höhepunkt und das Danach

„Komm mit mir“, flüsterte er, sein Gesicht dicht an meinem, seine Bewegung jetzt schnell und hart. Ich spürte, wie sich alles in mir zusammenzog, wie eine Flutwelle, die sich aufbäumt. Ich schrie, nicht seinen Namen, nur einen Laut aus tiefster Kehle. Mein Körper zuckte unter ihm, während ich mich um ihn herum zusammenpresste, ihn in meiner Erregung ertränkte. Er folgte mir einen Herzschlag später, ein erstickter Schrei, und dann lag er schwer auf mir, sein Herz pochte gegen meines.

Wir blieben so liegen, verschwitzt, außer Atem. Seine Finger streichelten meine Schulter, während ich seine Brust atmen fühlte. Nach einer Weile rollte er sich zur Seite, zog mich in seine Armbeuge. Ich spürte sein Lächeln, ohne es zu sehen.

„Danke“, sagte er leise.

„Wofür?“

„Für‘s Mitkommen. Für das Vertrauen.“

Ich schwieg, legte meinen Kopf an seine Schulter. Draußen zog ein Flugzeug seine Bahn, die Lichter blinkten in der Dunkelheit. Irgendwann würde ich in meinem eigenen Bett liegen, in meiner eigenen Stadt. Aber jetzt war ich hier, in diesem fremden Zimmer, bei diesem fremden Mann, der mich mit einer Selbstverständlichkeit berührt hatte, als kennte er mich seit Jahren. Ich spürte noch den Nachhall des Orgasmus in mir, ein Zittern, das nicht aufhören wollte. Seine Hand ruhte auf meiner Hüfte, hielt mich, als wäre ich etwas Kostbares.

Er schlief ein, sein Atem wurde gleichmäßig. Ich lag wach, spürte seine Wärme, die noch in meiner Haut brannte. Morgen würde ich um sechs aufstehen, in ein Flugzeug steigen und ihn nie wiedersehen. Aber diese Nacht, dieses eine Mal, war perfekt. Ich schloss die Augen und ließ mich in den Schlaf sinken, den Geschmack von ihm noch auf den Lippen.

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