Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und gebuttertem Toast dringt durch die geschlossene Schlafzimmertür, aber es ist nicht der Geruch, der mich weckt. Es ist das leise Klirren von Porzellan, das Rascheln von Stoff, ein unterdrücktes Lachen – Geräusche, die in unserer Wohnung fremd sind, die seit Monaten nur von Stille und gleichförmigem Atem erfüllt war.

Ich blinzele ins Halbdunkel. Das Licht der Morgendämmerung zeichnet blasse, zitternde Streifen auf die Decke, wie Finger, die nach etwas greifen. Neben mir der leere, noch warme Fleck, wo Lena sonst liegt, eine Mulde im Laken, die nach ihrer Form giert. Ich taste danach, die Delle im Kissen, ein paar verirrte Haare, die sich um meine Finger schlingen. Dann höre ich ihre Stimme, leise, singend, ein Lied, das ich nicht kenne – eine Melodie, die sich in mein Ohr schleicht und etwas in mir wachküsst.
Mein Herz macht einen Satz, ein wildes, ungestümes Schlagen gegen meine Rippen. Wir haben uns in letzter Zeit so sehr im Alltag verloren. Die Arbeit, die Rechnungen, die Müdigkeit, die uns jeden Abend früher ins Bett trieb, Rücken an Rücken, ohne Berührung, als wären wir zwei Fremde, die sich ein Bett teilen. Und jetzt das: ein Frühstück, das nie stattfindet, weil wir sonntags immer erst gegen Mittag aus den Federn kriechen, träge und abgestumpft.
Ich stehe auf, die Dielen knarren unter meinen nackten Füßen, ein vertrautes, hölzernes Stöhnen. Die Tür öffne ich einen Spalt. Da sitzt sie auf der Bettkante, ein Tablett neben sich, beladen mit einem Körbchen Croissants, die goldbraun glänzen, einem Teller mit Obst, das rot und saftig leuchtet, einer kleinen Vase mit einer einzelnen Rose – wo hat die die so früh her? – und zwei Tassen Kaffee, deren Dampf sich in der Morgenluft kräuselt. Sie hat sich etwas übergeworfen, mein altes, weiches Leinenhemd, das offen über ihren nackten Schultern hängt, der Stoff fällt in weichen Falten und enthüllt mehr, als er verbirgt. Ihr Haar fällt ihr ungekämmt ins Gesicht, eine wilde, dunkle Mähne, und sie beißt sich auf die Unterlippe, während sie eine Serviette faltet, ihre Finger zart und konzentriert.
Sie sieht auf. Ihre Augen, dieses tiefe Blau, das ich seit Jahren liebe, treffen mich wie ein Pfeil. „Du bist wach“, flüstert sie, als hätte sie etwas Verbotenes getan, als wäre ich ihr ertappter Komplize. „Ich wollte dich überraschen.“
„Das ist dir gelungen“, sage ich, und meine Stimme klingt heiserer als beabsichtigt, ein raues Kratzen, das Verlangen verrät. Ich lehne mich gegen den Türrahmen und sehe sie an, wie sie dasitzt, halb angezogen, verlegen und schön. „Was ist der Anlass?“
Sie zuckt mit den Schultern, das Hemd rutscht eine Spur tiefer und gibt den Ansatz ihrer Brust frei, eine sanfte Wölbung, die mich hypnotisiert. „Kein Anlass. Ich hatte nur Sehnsucht nach dir. Nach uns.“
Dieser Satz trifft mich mitten in die Brust, ein Schlag, der mich taumeln lässt. Sehnsucht. Wann habe ich das zuletzt gefühlt? Dieses Ziehen, dieses Verlangen, das nicht nur körperlich ist, sondern tiefer sitzt, im Herz, in der Seele, ein Schmerz, der süß und schwer ist. Ich trete näher und setze mich ihr gegenüber aufs Bett. Das Tablett steht zwischen uns wie eine Barriere, aber ihre Hand findet meine, warm und lebendig.
„Ich auch“, bringe ich heraus. „Ich hab nur vergessen, wie man es zeigt.“
Sie lächelt, ein schüchternes, fast mädchenhaftes Lächeln, das mir den Atem raubt und mein Blut in Wallung bringt. „Dann lass es mich dir zeigen.“ Sie nimmt ein Croissant, bricht ein Stück ab und führt es zu meinen Lippen, eine Gabe, eine Opferung. Ich öffne den Mund, lasse die Butterteigflocken auf der Zunge zergehen, während ihre Finger sanft über meine Unterlippe streichen, eine Berührung, die mich elektrisiert. Der Geschmack von Butter und süßem Teig vermischt sich mit dem Salz ihrer Haut, ein Genuss, der mich schwach macht.
Ich küsse ihre Fingerspitzen, einen nach dem anderen, sauge die Krümel ab, lecke die Süße von ihrer Haut. Sie lacht leise, ein Laut, der mir das Blut erwärmt, der mich tief in meinem Bauch erregt. Dann beugt sie sich vor und nimmt selbst einen Bissen, aber ihre Augen lassen mich nicht los, während sie kaut, langsam, genussvoll, ihre Lippen glänzend von Butter.
„Du bist wunderschön“, sage ich, und es ist keine Schmeichelei, sondern eine Feststellung, die mir einfach so über die Lippen kommt, ein Geständnis, das ich nicht zurückhalten kann.
Sie errötet, eine leichte Röte, die von ihrem Hals aufsteigt, über ihr Schlüsselbein, bis zu ihren Wangen. „Hör auf, mich so anzusehen“, sagt sie, aber ihr Blick ist weich, einladend, ihre Pupillen geweitet.
„Wie sehe ich dich denn an?“
„Als ob du mich zum ersten Mal siehst. Als ob du mich auffressen willst.“
„Vielleicht will ich das ja.“
Das Lächeln wird breiter, und sie stellt das Tablett zur Seite, rückt näher, ihre Knie berühren meine. Der Kaffee duftet zwischen uns, aber ich rieche nur sie: ihren Schlaf, ihr Shampoo, etwas Flieder und den warmen, weiblichen Duft ihrer Haut, der mich umhüllt. Sie legt mir die Hand auf die Wange, die Fingerkuppen kalt, aber die Berührung brennt wie Feuer.
„Ich habe noch eine Überraschung“, flüstert sie, und ihre Stimme klingt plötzlich tiefer, rauer, ein Versprechen, das mir den Rücken hinunterläuft. Sie greift in die Tasche des Hemds und zieht ein kleines, in Seide gewickeltes Päckchen hervor. „Für dich.“
Ich nehme es, verwirrt, meine Finger zittern. „Lena, das ist doch …“
„Mach auf“, unterbricht sie mich, und ihre Hand liegt warm auf meinem Oberschenkel, drückt sanft zu.
Ich entfalte die Seide, die glatt und kühl unter meinen Fingern gleitet. Zum Vorschein kommt ein schmaler Lederriemen, weich und geschmeidig, mit einer kleinen silbernen Schnalle, die im Morgenlicht aufblitzt. Eine Hundemarke? Nein. Ich erkenne es: ein Armschmuck, aber einer, den man nicht einfach überstreift. Man muss ihn schnallen, festziehen, und die Schnalle bleibt, bis man sie löst. Es ist ein Symbol, ein Versprechen. Ein Zeichen der Hingabe.
„Ich will, dass du ihn trägst“, sagt sie leise, und ihre Stimme zittert kaum merklich. „Damit du immer an mich denkst. Daran, was ich dir geben will. Was wir uns geben können.“ Sie senkt den Blick, dann hebt sie ihn wieder, und in ihren Augen liegt ein Feuer, das ich seit Monaten nicht gesehen habe. „Ich will dir gehören. Wirklich. Nicht nur im Bett. Überall.“
Mein Atem stockt. Der Lederriemen liegt schwer in meiner Hand, obwohl er kaum etwas wiegt. „Lena …“
„Vertraust du mir?“, fragt sie, und ihre Hand gleitet höher, über meinen Oberschenkel, bis zu meinem Schritt. Sie drückt zu, und ich spüre, wie mein Schwanz unter ihrer Berührung hart wird, wie er gegen den Stoff meiner Boxershorts drückt. „Vertraust du mir genug, um dich mir auszuliefern?“
Ich schlucke. „Ja.“
Sie lächelt, ein triumphierendes, fast wildes Lächeln.
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