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Der Salzgeschmack der Freiheit

Reise Kurzgeschichten · Lesedauer ca. 10 Min · Ab 18 Jahren

Der Kies brannte unter meinen nackten Füßen, während die Sonne meine Schultern versengte. Der Pfad zur Bucht war steil, doch der Anblick des türkisfarbenen Wassers trieb mich voran. Meine Tasche schlug gegen meinen nackten Rücken, der Sarong flatterte im Wind wie eine Fahne des Aufbruchs. Ich war allein hier, weit entfernt von den überfüllten Stränden um Pula. Das Rauschen der Wellen übertönte jeden Gedanken an Zuhause – an den Job, die lauwarme Beziehung, die ich in Berlin zurückgelassen hatte. Drei Wochen Kroatien, hatte ich mir gesagt. Zeit für mich.

Die Bucht öffnete sich vor mir wie eine Muschel, die ihr Innerstes preisgibt. Felsen umschlossen einen schmalen Sandstreifen, den oleandergesäumte Fichten beschatteten. Ich breitete mein Handtuch aus, cremte mich ein – den Bauch, die Oberschenkel, die Brüste – und legte mich zurück. Die Hitze legte sich wie eine schwere Decke auf meine Haut, ließ mich schmelzen.

Ich hörte ihn, bevor ich ihn sah. Ein leises Kratzen von Steinen, dann ein tiefer Atemzug. Ich setzte mich auf und erblickte einen Mann, der aus dem Schatten der Bäume trat. Er war groß, schlaksig, mit dunklen Locken, die ihm in die Stirn fielen. Er trug eine abgeschnittene Jeans, sonst nichts. Seine Haut war bronzen, der Brustkorb mit einem feinen Schweißfilm überzogen. Er lächelte, als er mich entdeckte, nicht unsicher, sondern überrascht, als hätte er ein Geheimnis gefunden.

„Hallo“, sagte er auf Englisch, mit einem kaum hörbaren Akzent. „Ich dachte, ich hätte diese Bucht für mich allein.“

„Scheint nicht so“, erwiderte ich und lächelte zurück. Seine Stimme war tief und ruhig, ihr Timbre glatt wie das Wasser.

Er setzte sich ein paar Meter entfernt auf einen flachen Stein und zündete sich eine Zigarette an. Der Rauch zog süß und harzig in meine Richtung. Ich beobachtete ihn aus dem Augenwinkel: die Art, wie er den Kopf in den Nacken legte, die Sonne auf seinem Gesicht genoss, die Asche mit einer trägen Bewegung wegschnippte. Es war ungezwungen, ohne jede Anstrengung – eine Selbstverständlichkeit, die mich anzog.

„Bist du zum ersten Mal hier?“, fragte er, den Blick aufs Meer gerichtet.

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„Ja. Und du?“

„Ich komme jeden Sommer. Seit ich ein Kind war. Meine Großmutter lebt im Dorf oben.“ Er deutete mit dem Kinn über die Hügel. „Heute war sie mir zu viel. Zu viele Fragen.“

Ich lachte leise. „Deshalb die Flucht?“

„Deshalb die Flucht.“ Er drückte die Kippe im Sand aus und stand auf. „Das Wasser ist perfekt. Kommst du?“ Ohne auf eine Antwort zu warten, lief er ins Meer. Die Wellen schlugen gegen seine Waden, dann seine Oberschenkel, und er tauchte unter.

Ich zögerte nur einen Moment, dann zog ich mein Höschen aus und folgte ihm. Das Wasser umschloss mich kühl und seidig, trieb mich ihm entgegen. Als ich auftauchte, war er nah, nur eine Armlänge entfernt. Seine Augen waren grün, mit goldenen Sprenkeln, und sein Lächeln zeigte die Andeutung von Grübchen.

„Ich heiße Luka“, sagte er.

„Mara.“

„Mara. Das klingt wie das Meer.“

Wir schwammen nebeneinander, ohne viel zu reden. Unsere Füße berührten den sandigen Grund nicht mehr, und ich ließ mich treiben, die Arme ausgebreitet. Er tauchte unter mir hindurch und kam hinter mir wieder hoch, sein Atem streifte meinen Nacken.

„Du hast eine Narbe“, sagte er leise, und seine Hand fuhr über meine linke Schulter, wo die Haut nach einem Sturz vor Jahren glatt und weiß geblieben war. Seine Berührung war leicht, forschend, und ließ eine Gänsehaut auf meinem Arm zurück.

„Eine alte Geschichte.“

„Ich mag Narben. Sie erzählen Dinge, die Worte nicht können.“

Ich drehte mich um, das Wasser spülte um uns beide. Seine Brust war dicht an meiner, und ich konnte die Wärme spüren, die von ihm ausging, trotz des kühlen Meeres. Sein Blick wanderte über mein Gesicht, zu meinem Mund, und ich wusste, wenn ich jetzt nicht den Kopf wegdrehte, würde ich ihn küssen.

Ich blieb still.

„Mara“, hauchte er, und dann berührten sich unsere Lippen. Der Kuss war salzig und sanft, seine Zunge strich über meine Unterlippe, zögernd, fragend. Ich gab nach, öffnete den Mund, ließ ihn ein. Seine Hand legte sich auf meine Hüfte, zog mich näher, bis unsere Körper im Wasser ineinanderglitten. Ich spürte seine Erregung an meinem Bauch, hart und warm unter dem nassen Stoff seiner Hose.

Wir lösten uns langsam, atemlos. „Ich will mehr“, sagte er, ohne das Grinsen zu verlieren. „Aber nicht hier im Wasser, wo ich den Grund nicht spüre.“

Er nahm meine Hand und führte mich zurück zum Strand. Aus seiner Tasche holte er zwei Handtücher, eines legte er als Unterlage auf den Sand. Wir ließen uns nieder, die Haut noch nass, die Luft kühl auf der feuchten Haut. Er kniete vor mir, seine Hände auf meinen Oberschenkeln, und sah mich an.

„Ich will dich schmecken“, sagte er, und die Worte fielen schwer und direkt zwischen uns. Seine Hände schoben meine Schenkel auseinander, und er beugte sich vor. Sein Mund war warm auf meinem Bauch, wanderte tiefer, ließ eine Spur von Küssen. Ich lehnte mich zurück, die Arme im Sand, und öffnete mich ihm.

Seine Zunge fand mich nass und bereit, und er stöhnte leise auf, als er den ersten Geschmack aufnahm. Er war geschickt, kannte die Kunst der Langsamkeit. Kreise um meinen Kern, dann flache, breite Streifen, die mich zittern ließen. Seine Finger öffneten mich behutsam, spielten mit mir, während seine Zunge den Rhythmus fand. Ich krallte meine Finger in den Sand, presste meinen Rücken durch, als ein erstes Zucken durch meine Schenkel lief. Er hielt nicht inne, verlangsamte nur, lächelte gegen meine Haut.

„Nicht schon“, murmelte er, und seine Stimme vibrierte durch meinen Körper. Er tauchte wieder ein, saugte sanft an meiner empfindlichsten Stelle, und ich vergaß zu atmen. Die Welt reduzierte sich auf seinen Mund, seine Hände, das Rauschen des Meeres, das in meinen Ohren klang. Ich bog mich ihm entgegen, ließ ihn mein Becken packen, um mich festzuhalten, als die Welle endlich kam – nicht wie ein Schrei, sondern wie ein langes, tiefes Ersticken, das mich durchschüttelte und dann losließ. Ich keuchte, der Sand knirschte unter meinem Rücken.

Er richtete sich auf, sein Kinn glänzte von mir, und er wischte es mit dem Handrücken ab. „Gut?“

Ich lachte heiser. „Komm her.“

Er beugte sich über mich, und ich schmeckte mich selbst auf seinen Lippen, als ich ihn küsste. Seine Hände wanderten an meinen Seiten entlang, zur Brust, umfassten sie fest. Ich spürte, wie mein Körper noch nachklang, jede Berührung eine kleine Explosion.

„Jetzt ich“, sagte ich und schob ihn sanft auf den Rücken. Seine Hose hatte sich gelockert, der Stoff spannte über seiner Erektion. Ich zog am Bund, und er hob das Becken, um mir zu helfen, die Shorts über die Hüften zu streifen. Sein Glied sprang mir entgegen, dunkel und hart, die Spitze glänzend.

Ich beugte mich über ihn, die Zunge erst auf seinen Bauch, dann tiefer. Ich nahm ihn in den Mund, langsam, die Lippen gespitzt. Er sog scharf die Luft ein, als ich ihn in die Tiefe nahm, sein Geschmack salzig und männlich. Ich arbeitete in einem Rhythmus, der ihn stöhnen ließ, seine Hand griff in mein nasses Haar, nicht drängend, nur haltend. Ich spürte, wie er sich spannte, wie die Muskeln in seinen Oberschenkeln sich anspannten, und ich ließ ihn kurz los, um ihn anzusehen.

„Noch nicht“, flüsterte ich, eine Imitation seines eigenen Spiels, und grinste. Er lachte, ein tiefes Grollen in der Brust, und zog mich hoch.

„Komm auf mich“, sagte er. Ich setzte mich rittlings auf ihn, der Sand warm unter meinen Knien. Seine Hände legten sich auf meine Hüften, führten mich, bis ich die Spitze an mir spürte. Ich senkte mich langsam, nahm ihn Stück für Stück in mich auf, ein Gefühl der Dehnung und Fülle, das mich innehalten ließ. Er war groß, füllte mich aus, und ich schloss die Augen, um den Moment zu halten.

„Beweg dich“, hauchte er, und ich begann, ein leichtes Wiegen, das sich steigerte. Seine Hände halfen, führten, als ich mich aufrichtete und dann wieder hinabsank. Die Reibung war perfekt – jede Aufwärtsbewegung ein kurzer Verlust, jede Abwärtsbewegung ein Wiedersehen. Ich ritt ihn im Sand, die Sonne malte Schattenmuster auf unsere Körper, und die Welt war nur noch diese Bewegung, dieses Einander.

Sein Atem wurde schneller, seine Griffe fester. „Warte“, stieß er hervor, und ich hielt inne, spürte, wie er sich zusammennahm. „Ich will mit dir kommen.“

Ich verstand, wechselte die Position, drehte mich auf alle Viere. Er kniete hinter mir, seine Hände auf meinem Becken. Ich spürte ihn kurz an meiner Öffnung, dann stieß er zu, tief und gerade. Ich stöhnte auf, presste mich gegen ihn. Sein Rhythmus war anders als meiner – kraftvoller, fordernder. Jeder Stoß drückte mich vorwärts, meine Brüste schleiften über das Handtuch, und ich konnte nicht anders, als mitzugehen.

Seine Hand glitt zwischen meine Beine, fand den Punkt, der noch nachklang von vorhin, und massierte ihn im Takt seiner Stöße. Es dauerte nicht lange, bis ich es wieder fühlte – das Anschwellen, das Zusammenziehen, das Fallen. Diesmal schrie ich, der Schrei löste sich von den Felsen und verlor sich im Rauschen des Meeres.

Hinter mir stöhnte er auf, sein Körper wurde steif, und ich spürte, wie er sich in mir ergoss, warm und stoßweise. Er blieb in mir, die Stirn an meinem Rücken, Atem holend. Ich ließ mich vorsichtig nach vorn sinken, und er glitt aus mir heraus. Wir lagen nebeneinander, unsere Körper glänzten, der Sand klebte an uns.

Nach einer Weile stand er auf, wusch sich kurz im Meer und kam mit einer Wasserflasche aus seiner Tasche zurück. Er reichte sie mir, und ich trank gierig. Dann legte er sich neben mich, den Kopf auf meinem Bauch.

„Ich koche heute Abend für dich“, sagte er. „Fisch, vom Markt. Wenn du willst.“

Ich strich über seine Locken. „Ich will.“

Die Sonne stand tiefer, tauchte die Bucht in Gold und Orange. Wir schwiegen, aber es war kein leeres Schweigen: es war die Stille zweier Menschen, die alles gesagt haben, was im Moment zählt.

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