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Der ungeplante Ausbruch

Seitensprung Kurzgeschichten · Lesedauer ca. 10 Min · Ab 18 Jahren

Der metallene Klick des Türschlosses hallt durch den Flur, noch bevor meine Finger die Klingel berühren – als hätte er meine Schritte durch den Teppichboden gespürt.

Die Begegnung

„Du bist früh“, sagt er, die Stimme rau wie Kies, ein Unterton, der in unseren Telefonaten immer nur angedeutet war. Mein Lächeln sitzt schief, als ich eintrete. Der Raum ist ein Hotelzimmer wie jedes andere: neutrale Beigetöne, ein Schreibtisch, ein Bett, die Klimaanlage summt leise. Nur er passt nicht herein. Mit seiner breiten Gestalt vor dem Fenster, die Hände in den Hosentaschen, als wäre dies sein Reich – und ich nur ein Gast.

„Der Flug hatte Verspätung“, sage ich und lege die Tasche auf den Schreibtisch. „Und dann dachte ich, ich schaue kurz vorbei, bevor der Abend losgeht.“

Sein Grinsen ist eine Mischung aus Belustigung und Hunger. „Der Abend? Meinst du die Konferenz mit den langweiligen Folien? Oder das Abendessen mit deinem Mann?“

Ich schlucke. Die Wahrheit brennt in meiner Kehle. Meine Ehe ist ein Friedhof der guten Vorsätze, jeder Tag eine stille Beerdigung. Simon, mein Mann, sitzt dreihundert Kilometer entfernt in seinem Sessel, die Fernbedienung in der Hand, und ahnt nichts. Aber das hier? Das war nie geplant. Nur ein Kaffee, hatte ich gesagt, bevor die Tagung beginnt. Ein harmloser Vormittag.

„Ich muss nachher noch zum Empfang“, murmele ich und starre auf den Teppich, als könnte er mir die Worte zurückgeben.

„Du musst gar nichts.“ Er macht einen Schritt auf mich zu, bleibt aber weit genug entfernt, dass ich noch den Raum zwischen uns atmen kann. Sein Cologne mischt sich mit dem Duft von Kaffee und männlicher Wärme – etwas Würziges, das in meinem Bauch ein Ziehen auslöst. „Du hast drei Stunden bis dahin. Und ich habe dich vermisst.“

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Meine Finger krallen sich in den Griff der Tasche. Diese Offenheit entwaffnet mich jedes Mal. Kein Taktieren, kein Spiel. Er sagt, was er denkt, nimmt, was er will. Ich bin es nicht gewohnt, begehrt zu werden wie ein rohes Steak, das man mit den Zähnen reißt. Simon ist sanft, vorsichtig, immer fragend. Dieser Mann hier fragt nicht – er fordert.

Die Entscheidung

„Ich bin verheiratet“, flüstere ich, aber es klingt nicht wie eine Warnung, eher wie ein Schuldeingeständnis. Ein letzter Versuch, mich selbst zu retten.

„Das weiß ich. Und du bist trotzdem hier gekommen. Du hättest absagen können, eine SMS schicken, nicht kommen. Aber du bist hier. Warum?“

Ich lasse die Tasche fallen. Der dumpfe Aufprall auf dem Teppichboden entscheidet für mich. Der Klang eines Gewichts, das abgeworfen wird. „Weil ich es will. Weil ich dich will.“ Die Worte sind leise, aber sie fallen wie Steine in stilles Wasser – und ziehen Kreise, die alles verändern.

Er schließt die Tür hinter mir, dreht den Schlüssel um. Das Klicken hallt in mir nach, ein Punkt unter dem Strich. Kein Zurück. Kein Zweifel mehr.

„Komm her“, sagt er. Eine Bitte, die wie ein Befehl klingt. Aber meine Beine gehorchen, als hätten sie auf diesen Moment gewartet, als jeder Schritt zugleich die letzte Brücke hinter mir verbrennt.

Die Entkleidung

Wir treffen uns in der Mitte des Raums, unter der matten Lampe, deren Licht uns in einen warmen Schein taucht. Seine Hände finden meine Taille, ziehen mich an sich. Der Stoff meiner Bluse knittert unter seinen Fingern – ein Geräusch, das in der Stille des Raums laut wird. Ich spüre seine Wärme durch das dünne Hemd, die Härte seines Körpers, die sich von der Weichheit meines Mannes unterscheidet. Simon ist sanft, vorsichtig, als hätte er Angst, mich zu zerbrechen. Dieser Mann hier ist ein Feuer, das mich verzehren will – und ich bin das trockene Holz.

Sein Mund sucht meinen Hals, und ich lege den Kopf zurück, gebe mich hin. Seine Lippen wandern über die Haut, hinterlassen eine Spur aus Gänsehaut, die mir den Rücken hinunterläuft. Als seine Zunge das Ohrläppchen findet, entfährt mir ein Laut, den ich nicht unterdrücken kann – ein leises Stöhnen, das aus meiner Tiefe kommt. Er lacht leise, ein tiefes Vibrieren an meinem Hals, das mich noch mehr erregt.

„Du bist so empfindlich. Das hab ich mir schon gedacht.“

Seine Finger knöpfen meine Bluse auf, Stück für Stück, ohne Eile. Jeder Knopf ein kleines Opfer – ich spüre die Luft auf der bloßen Haut, wenn der Stoff sich öffnet. Ich stehe vor ihm, nur noch mit dem Spitzen-BH bekleidet, und seine Augen brennen auf meiner Haut, als würden sie mich berühren. Ich fühle mich nackt, obwohl ich es noch nicht bin.

„Schön“, sagt er. Nicht mehr. Aber das eine Wort genügt, um mich roter werden zu lassen als jedes Kompliment.

Die Berührung

Er führt mich zum Bett, drückt mich sanft auf die Matratze. Ich liege auf dem Rücken, sehe zu ihm auf, wie er sich über mich beugt – ein Schatten, der das Licht verschluckt. Seine Hände gleiten über meine Arme, meine Schultern, den BH entlang, bis er den Verschluss öffnet. Die Luft streift meine Brüste, die sich aufrichten, hart werden unter seinem Blick. Die Brustwarzen spannen sich, als wollten sie ihm entgegenkommen.

„Du bist wunderschön“, sagt er, und ich glaube es ihm. Für diesen Moment bin ich es. Keine Ehefrau, keine Geschäftsfrau, keine Mutter von niemandem – nur eine Frau, die begehrt wird. Eine Frau, die sich begehren lässt.

Sein Mund umschließt meine Brustwarze, und ein Schock der Lust durchfährt mich, ein Blitz, der von dort direkt in meinen Bauch schießt. Ich krümme mich, dränge mich ihm entgegen, während seine Zunge kreist und saugt, mal sanft, mal fordernd. Seine Hand wandert tiefer, über meinen Bauch, unter den Rock. Als seine Finger den Stoff meines Slips erreichen, stockt mein Atem – und die Welt um mich herum verschwimmt.

„Du bist schon nass“, raunt er, die Stimme heiser vor Verlangen. „So bereit für mich.“ Die Worte dringen in mich ein, heiß und unverhohlen.

Ich kann nicht antworten. Meine Hände vergraben sich in seinem Haar, ziehen ihn fester an mich, während er mich weiter erkundet. Die Finger gleiten unter den Stoff, finden mich feucht und offen, und ich spüre, wie die Feuchtigkeit auf seiner Hand klebt. Ein Stöhnen bricht aus mir heraus, als er mich zu stimulieren beginnt, langsam, kreisend, genau richtig – jede Bewegung eine Antwort auf meine unausgesprochenen Bitten.

Die Vereinigung

Dann ist es an mir, ihn zu berühren. Ich befreie mich, setze mich auf, öffne seinen Gürtel mit zittrigen Fingern, die an den Schlaufen zupfen. Der Reißverschluss gibt nach, und ich spüre seine Erregung durch den Stoff – hart, drängend. Als ich ihn freilege, ist er lang und breit, die Haut gespannt über der Härte darunter. Ich lecke mir über die Lippen, sehe ihm in die Augen, während ich mich über ihn beuge, den Kopf senke, ihn in den Mund nehme.

Sein Keuchen ist mein Lohn. Ich spüre seinen Puls unter meiner Zunge, die Wärme, den Salzgeschmack der Vorfreude. Er stöhnt meinen Namen, ein Gebet, das mich tiefer treibt. Ich nehme ihn ganz, lasse meine Zunge um die Eichel kreisen, sauge sanft, bis er mich sanft wegzieht, die Hände in meinen Haaren.

„Nicht“, sagt er, die Stimme rau wie Sandpapier. „Ich will in dir kommen. Ich will fühlen, wie du mich umschließt.“

Er legt mich wieder hin, schiebt meine Beine auseinander, während er sich über mich beugt. Die Spitze seines Glieds drückt gegen mich, nass von meinem Verlangen, und ich halte die Luft an. Dann dringt er ein, langsam, Zentimeter für Zentimeter, bis er ganz in mir ist – eine Fülle, die mich ausfüllt, als wäre ich leer gewesen, ohne es zu wissen.

Ein Schrei der Überraschung, der Lust, steigt in mir auf, unkontrolliert. Er füllt mich aus, dehnt mich, und ich bin gefangen in diesem Gefühl der Fülle, der Nähe. Er beginnt sich zu bewegen, ein Rhythmus, der in meine Hüften einsickert, der mich reitet, bis ich die Grenzen zwischen uns nicht mehr spüre. Seine Stöße sind tief, kraftvoll, jeder ein Schlag, der mich öffnet.

„Ja“, stöhne ich, „oh ja. Nicht aufhören.“

Seine Stöße werden heftiger, tiefer, sein Atem schwer. Ich hebe die Beine, schlinge sie um seine Taille, gebe mich ganz dem Rausch hin. Meine Hände krallen sich in das Laken, während die Spannung in mir steigt, sich zusammenzieht wie eine Feder, die kurz vor dem Sprung steht. Ich spüre, wie ich mich um ihn zusammenziehe, wie die Muskeln ihn umschließen, ihn fester halten.

„Komm mit mir“, flüstert er, und ich tue es.

Die Welle bricht los, eine Explosion der Sinne. Ich höre mein eigenes Stöhnen, fühle seine Stöße, die Wellen der Kontraktionen, die mich schütteln, die mich aus mir herausreißen. Er bebt über mir, ein letzter Stoß, dann der warme Schwall in mir, während er meinen Namen ruft – ein Laut, der zwischen Lust und Erlösung schwebt.

Wir liegen da, verschlungen, der Schweiß auf unserer Haut, der Atem geht stoßweise. Kein Wort. Nur das Rauschen der Klimaanlage und unser vereinter Herzschlag, der langsam zur Ruhe kommt.

Nach einer Weile dreht er sich zu mir, streicht mir eine Strähne aus dem Gesicht, die sich in Schweiß auf der Stirn klebt. „Bereust du es?“

Ich schüttle den Kopf, sehe ihn an. Die Haut glänzt, die Augen sind dunkel. „Nein. Aber ich muss jetzt gehen.“

Er nickt. Keine Verpflichtung. Kein Versprechen. Nur dieser Moment, der in mir weiterlebt, wie ein Geheimnis, das nur ich kenne. Ein Brandmal auf meiner Seele.

Ich stehe auf, suche meine Kleider, die verstreut auf dem Boden liegen, ziehe mich an – jedes Kleidungsstück eine Rüstung, die ich mir wieder anlege. Bevor ich die Tür öffne, drehe ich mich noch einmal um. Er liegt auf dem Bett, nackt, zufrieden, die Arme hinter dem Kopf verschränkt.

„Bis nächstes Mal“, sagt er, und die Worte sind weder Frage noch Versprechen.

Ich lächle und schließe die Tür hinter mir. Draußen wartet der vertraute Flur, die Rolltreppe zurück in mein Leben. Aber heute Nacht trage ich ein Feuer in mir, das kein Alltag löschen kann.

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