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Die Kunst des Abschieds

Freunde Kurzgeschichten · Lesedauer ca. 15 Min · Ab 18 Jahren

Diese Geschichte wurde automatisch mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Personen sind volljährig. Ab 18.

Der Zug schlängelte sich durch den Nebel, der wie feuchte Watte über den Bergen hing, und Jakob lehnte die Stirn gegen das kühle Fensterglas. Neben ihm blätterte Miriam in den Korrekturfahnen seines neuen Romans, ihre Halbbrille tief auf der Nase, die Lippen leicht geöffnet, als läse sie jeden Satz lautlos nach. Er kannte diese Haltung, kannte die Art, wie ihre Finger den Rand der Seiten glatt strich, als wollte sie die Worte zähmen.

„Du hast die Szene in der Bibliothek umgeschrieben“, sagte sie, ohne aufzublicken. „Die alte Lektorin in mir erkennt das. Sie ist besser jetzt. Dichter.“

„Die alte Lektorin“, wiederholte er. „Du bist immer noch meine Verlegerin, Miriam. Nicht die alte.“

Sie schlug das Manuskript zu und legte es auf ihren Schoß. Draußen zog ein Schrein vorbei, rot lackiert, ein Blitz aus Farbe im Grau. „Wir sind auf dem Weg in ein Ryokan, das angeblich die besten heißen Quellen von Hakone hat. Wir tragen Kimonos, essen Kaiseki, und du korrigierst mich, weil ich „alt“ gesagt habe.“

„Ich korrigiere dich, weil du es so gesagt hast, als wäre es eine abgeschlossene Sache.“

Der Blick, den sie ihm schenkte, war lang und messend. Ihre Augen, dieses warme Braun, das er seit zwanzig Jahren kannte, hatten sich nicht verändert. Nur die feinen Linien darum waren tiefer geworden, wie Risse in einer Landkarte, die jede Reise festhält.

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„Du hast gesagt, es sei ein Arbeitswochenende“, sagte sie. „Ich bin hier für das Buch.“

„Natürlich.“ Er lächelte, aber es zog an den Mundwinkeln. „Und für die Freundschaft. Wir sind Freunde, oder? Die beste Freundin Geschichte, die ich je geschrieben habe, bist du.“

Miriam lachte, ein leises, trockenes Geräusch. „Ich bin deine beste Freundin Geschichte, du Schriftsteller, du. Du machst aus allem eine Erzählung.“

Der Zug hielt, die Ansage schwebte durch den Wagen wie ein fernes Lied. Sie stiegen aus, und die Luft schlug ihnen entgegen, feucht und schwefelhaltig, der Geruch der Quellen, der hier an allem hing. Der Ryokan empfing sie mit tiefer Verbeugung, mit leisen Schritten auf den Tatami-Matten, mit grünem Tee, der in Schalen aus rauer Keramik dampfte. Ihr Zimmer lag am Ende eines langen Ganges, der nach Holz und Alter roch. Shoji-Türen, ein niedriger Tisch, zwei Futons, nebeneinander aufgeschlagen, mit einem schmalen Abstand dazwischen, als hätte jemand die Distanz zwischen ihnen bereits eingeplant.

„Zwei Betten“, sagte Miriam und zog eine Augenbraue hoch. „Sehr keusch von dir.“

„Die haben uns das Zimmer gegeben. Ich habe nicht spezifiziert.“

„Natürlich nicht.“ Sie stellte ihre Tasche ab und öffnete den Schrank, in dem die Yukatas hingen, gestreift in Indigo und Weiß. „Wir sollten uns umziehen. Das Abendessen wird serviert, sobald wir bereit sind.“

Er sah ihr zu, wie sie den Stoff über den Arm legte, wie sie sich halb abwandte, um sich zu entkleiden, nicht schüchtern, aber auch nicht einladend. Ihre Haut, das fahle Licht der Lampe darauf, der Bogen ihres Rückens, den er so oft im Halbschlaf gestreichelt hatte, vor Jahren, in einer anderen Zeit, in einem anderen Land. Sie waren Freunde geworden, nachdem sie aufgehört hatten, Liebende zu sein. Oder vielleicht waren sie nie aufgehört, und der Titel war nur ein Trostpreis.

„Miriam“, sagte er.

„Ja?“ Sie drehte sich nicht um, aber ihre Hände hielten inne, als sie die Yukata über die Schultern legte.

„Warum hast du zugesagt? Wir hätten das Buch auch in Tokio besprechen können.“

Jetzt sah sie über die Schulter. Ihr Haar, das früher lang gewesen war, fiel nun kürzer, aber die Art, wie sie es hinter das Ohr strich, war dieselbe. „Weil du gefragt hast. Weil du so geklungen hast, als bräuchtest du es.“

„Und du?“

„Ich bin deine Verlegerin.“ Sie lächelte, aber es erreichte ihre Augen nicht. „Ich sorge für meine Autoren.“

Das Abendessen war eine Zeremonie. Achtzehn Gänge, kleine Kunstwerke auf lackiertem Porzellan, und Miriam aß mit der Präzision einer Frau, die Geschmack versteht, die zwischen Shoyu und Mirin unterscheiden kann, die jeden Gang kommentierte, nicht um zu schmeicheln, sondern weil sie es wirklich meinte. Jakob beobachtete sie, wie er es immer tat, wie er es seit Jahrzehnten tat, und die Vertrautheit war ein Schmerz, den er nicht mehr benennen konnte.

„Weißt du noch“, begann er, „Paris? Die kleine Bäckerei, in der du mir gesagt hast, dass du deinen Mann verlässt?“

Miriam legte die Stäbchen ab. „Das war nicht Paris. Das war Lyon. Und ich habe gesagt, dass ich ihn verlassen könnte, nicht dass ich es tun werde.“

„Ich erinnere mich anders.“

„Du erinnerst dich, wie ein Schriftsteller sich erinnert. Du verschönerst, du machst aus einer Nebenbemerkung eine Entscheidung.“ Sie trank einen Schluck Sake, langsam. „Ich habe es nicht getan, Jakob. Ich habe ihn nicht verlassen. Ich habe gelebt, als wäre nichts geschehen.“

„Und jetzt?“

„Jetzt ist er gestorben. Vor drei Jahren. Du weißt das.“

Er wusste es. Er hatte die Beerdigung verpasst, weil er in New York gewesen war, weil er es nicht ertragen hatte, sie in diesem schwarzen Kleid zu sehen, die Hände gefaltet, eine Witwe, die nie seine Frau geworden war.

„Ich wollte dich anrufen“, sagte er. „Jeden Tag. Ich wollte dir sagen, dass es mir leid tut, dass ich nicht da war.“

„Aber du hast es nicht getan.“

„Ich wusste nicht, was ich sagen sollte.“

Sie lächelte, und es war das traurigste Lächeln, das er je gesehen hatte. „Du bist Schriftsteller. Du weißt immer, was du sagen sollst. Die Frage ist, ob du es willst.“

Der Sake wärmte, und der Raum war still, als die letzten Schalen abgeräumt wurden. Miriam stand auf, ihre Bewegungen weich, und meinte, sie wolle in die Quellen gehen. Er blieb noch einen Moment sitzen, hörte das Wasser rauschen, das fern in den Steinen kochte, und dann folgte er ihr.

Die Pools lagen im Freien, dampfend unter dem Himmel, der langsam nachtschwarz wurde. Miriam saß bis zum Hals im Wasser, den Kopf zurückgelegt, die Augen geschlossen. Ihr Körper war unter der Oberfläche kaum zu sehen, nur ein Schimmer aus Haut und Feuchtigkeit. Er entledigte sich seines Yukatas, nackt bis auf die Haut, und stieg zu ihr hinein. Das Wasser war heiß, fast schmerzhaft, und er ließ sich langsam sinken, bis der Dampf ihre Gesichter voneinander trennte.

„Du bist mir gefolgt“, sagte sie, ohne die Augen zu öffnen.

„Ich wollte nicht allein sein.“

„Du bist nie allein. Du hast deine Worte.“

„Worte sind keine Arme.“ Er sagte es leise, und sie öffnete die Augen, sah ihn an, durch das wallende Weiß zwischen ihnen.

„Jakob.“

„Ich weiß. Wir haben das nicht gemacht. Wir haben es nie gemacht, nicht richtig, nicht bis zum Ende. Wir haben immer angehalten, immer einen Schritt zurückgetreten, immer die Freundschaft gerettet.“

„Weil die Freundschaft das Einzige war, was blieb“, sagte sie. „Wenn wir das zerstört hätten, hätten wir gar nichts gehabt.“

„Und jetzt? Was bleibt jetzt?“

Sie schwieg, und das Wasser pulsierte um sie, die Quelle schlug durch den Fels, unaufhaltsam. Er sah ihre Brüste unter der Oberfläche schimmern, die dunklen Nippel, die sich durch die Hitze aufgerichtet hatten. Sie sah seine Erregung, die er nicht verbergen konnte, die sich unter dem Wasser hart und drängend gegen seinen Bauch legte.

„Ich bin zu alt für diese Spiele“, sagte sie, aber ihre Stimme zitterte.

„Du bist nicht zu alt. Du bist nie zu alt für das, was wir noch schulden.“

Sie hielt seinem Blick stand, und dann, ohne ein weiteres Wort, bewegte sie sich durch das Wasser, kam auf ihn zu, bis ihre Knie seine Oberschenkel berührten. Ihre Hand legte sich auf seine Brust, über sein Herz, das gegen ihre Fingerfläche schlug.

„Wenn wir das tun“, sagte sie, „dann gibt es kein Zurück. Dann sind wir nicht mehr nur Freunde.“

„Vielleicht waren wir das nie.“

Sie beugte sich vor, und ihr Kuss war salzig von Dampf und Mineralien, ein Geschmack, den er nie vergessen würde. Ihre Lippen öffneten sich, und ihre Zunge fand seine, und es war, als würde ein zwanzig Jahre langes Schweigen gebrochen. Er zog sie näher, sein Mund auf ihrem, seine Hände in ihrem nassen Haar, und sie machte ein Geräusch, halb Seufzer, halb Stöhnen, das ihm durch die Knochen fuhr.

Das Wasser lag schwer um sie, als er ihren Körper an seinen presste. Ihre Brüste quetschten sich gegen seine Brust, ihre Beine schoben sich zwischen seine, und er spürte die Hitze ihrer Scheide durch das Wasser an seiner Hüfte. Sie ritt auf seinem Schoß, bewegte sich in langsamen Kreisen, ihre Hand glitt unter die Oberfläche, umfasste seinen Schwanz, der hart und schwer in ihrer Hand lag.

„So lange“, flüsterte sie gegen seinen Mund. „So verdammt lange.“

„Es ist nie zu spät“, sagte er, aber es klang wie eine Frage.

„Halt den Mund. Halt den Mund und küss mich.“

Er tat es. Er küsste sie, während ihre Hand seinen Schwanz langsam auf und ab bewegte, das Wasser als Gleitmittel, die Spannung, die sich in seinem Bauch aufstaute. Sie spürte es, dieses Zittern, und sie grinste, ein wildes, altes Grinsen, das er seit Jahren nicht mehr gesehen hatte.

„Du bist immer noch leicht zu provozieren“, sagte sie.

„Du bist immer noch unmöglich.“

„Das habe ich von dir gelernt.“

Sie stieg aus dem Wasser, nass und gleißend im Mondlicht, und er folgte ihr, tropfnass auf die Steinplatten, die zum Zimmer führten. Sie gingen nebeneinander, ihre nackten Körper, die in der kühlen Luft dampften, und als die Shoji-Tür hinter ihnen zufiel, war die Welt draußen ausgelöscht.

Das Zimmer war dunkel, nur der Schein einer Laterne, die durch das Papier schimmerte. Miriam trat vor ihn und ließ den Yukata fallen, den sie sich hastig übergeworfen hatte. Sie stand nackt vor ihm, ihre Brüste, die trotz der Jahre noch voll waren, ihre Hüften, die weiblich und rund geblieben waren, das graue Haar zwischen ihren Beinen, das er so gut kannte, als wäre es eine Landschaft, die er einmal bereist hatte.

„Sieh mich nicht so an“, sagte sie. „Als wäre ich ein Denkmal.“

„Du bist kein Denkmal. Du bist die Frau, die ich nie aufgehört habe zu begehren.“

Sie trat näher, und ihre Hand legte sich auf seinen Bauch, wanderte tiefer, umfasste seinen Schwanz, der zwischen ihren Fingern zuckte. „Dann zeig es mir.“

Er hob sie hoch, und sie schlang die Beine um seine Hüften, ihr Mund an seinem, während er sie zum Futon trug. Er legte sie auf den weichen Stoff, und sie öffnete sich unter ihm, breitete die Schenkel aus, eine Einladung, die keine Worte brauchte.

Er kniete zwischen ihren Beinen und betrachtete sie. Ihre Vulva, feucht von der Quelle und von der Erregung, die Lippen, die sich leicht geöffnet hatten, die Klitoris, die ihm entgegenleuchtete. Er beugte sich vor und strich mit der Zunge darüber, langsam, buchstäblich, und sie bog sich durch, ein tiefer Seufzer aus ihrer Kehle.

„Ja“, sagte sie. „Das. Genau das.“

Er leckte sie lange, mit Zunge und Lippen, saugte an der kleinen Perle, bis sie die Finger in sein Haar grub und seine Hüften gegen sein Gesicht drückte. Sie kam einmal, zweimal, ihr Körper zuckte unter seinem Mund, und er trank sie, schmeckte den salzigen, mineralischen Geschmack, der so spezifisch war, so unverwechselbar sie.

„Komm hoch“, keuchte sie. „Bitte. Ich will dich in mir.“

Er richtete sich auf, sein Schwanz schwer und glänzend von ihrem Saft, und sie spreizte sich, nahm ihn bei der Hand und führte ihn an ihre Öffnung. Er drang ein, langsam, Millimeter für Millimeter, und sie stöhnte auf, als er sie ausfüllte, als sein Glied in ihr versank, das Glück und der Schmerz der Dehnung in ihrem Gesicht.

„Sieh mich an“, sagte sie. „Wenn du in mir bist, sieh mich an.“

Er stützte sich auf die Unterarme und sah sie an. Ihre Augen, diese dunklen Pupillen, die ihn festhielten, während er sich bewegte, langsam, tief, jede Bewegung ein Wort, das er nie ausgesprochen hatte. Ihr Atem vermischte sich, ihre Münder fast berührend, und er spürte, wie sie sich um ihn zusammenzog, wie ihre Muskel ihn umschlossen, als wollten sie ihn nie wieder loslassen.

„Miriam“, sagte er, ihr Name wie ein Gebet.

„Ich weiß. Ich weiß.“

Sie bewegte sich mit ihm, ihre Hüften, die seinen Rhythmus aufnahmen, und die Spannung baute sich auf, unaufhaltsam, wie das Wasser, das durch die Felsen stieg. Er fühlte, wie sie wieder kam, ihre Innereien sich um ihn krampften, und das war der Auslöser. Er stieß tiefer, härter, und kam in ihr, ein Schwall, der ihn leerte, der ihn auslöschte, der ihn für einen Moment zu nichts machte als zu einem Mann, der eine Frau liebte.

Sie lag unter ihm, als er sich zurückzog, ihre Haut glänzend von Schweiß und Feuchtigkeit, und ihre Hand legte sich auf seine Wange.

„Das war …“

„Erzähl es nicht“, sagte er. „Mach keine Geschichte daraus.“

Sie lächelte, und es war weich, traurig, endgültig. „Ich mache keine Geschichten. Das ist dein Beruf.“

Sie lagen nebeneinander, die Futons verschoben, ihre Körper noch nah, aber die Distanz kehrte zurück, wie eine Flut, die langsam steigt. Der Raum war still, nur ihr Atem, der sich beruhigte, und das Geräusch der Quelle draußen, das nie aufhörte.

Am Morgen war der Nebel dichter geworden. Miriam saß am niedrigen Tisch, einen Yukata übergeworfen, und trank Tee. Sie sah auf, als er erwachte, und ihr Blick war klar, ohne Reue, ohne Erwartung.

„Du solltest das Kapitel überarbeiten“, sagte sie. „Die letzte Szene. Sie ist zu sentimental.“

Er richtete sich auf, die Erinnerung an die Nacht noch schwer in seinen Gliedern. „Du willst das besprechen? Jetzt?“

„Wann sonst?“ Sie stellte die Teeschale ab. „Ich fahre mit dem Mittagszug zurück. Du kannst bleiben, wenn du willst, noch ein paar Tage schreiben. Ich setze die Termine im Büro um.“

Er sah sie an, diese Frau, die er kannte, seit sie beide jung gewesen waren, die er geliebt hatte, die er nie gehabt hatte, die er gestern Nacht gehabt hatte und die er nun gehen ließ.

„Wirst du mich anrufen?“, fragte er.

„Nein.“ Sie sagte es ohne Bosheit. „Aber du wirst mir das Manuskript schicken. Und ich werde es lektorieren, weil ich deine Verlegerin bin. Und weil ich dich kenne.“

Er nickte. Es gab nichts mehr zu sagen, oder vielleicht gab es zu viel, und die Worte hätten alles kaputt gemacht, was diese Nacht gewesen war. Sie stand auf, räumte die Teeschale weg, und ihre Bewegungen waren die einer Frau, die wusste, wie man Abschied nimmt.

Als sie am Empfang stand, den Koffer in der Hand, beugte sie sich zu ihm und küsste ihn auf die Wange. Ihr Mund war warm, und für einen Moment blieb sie stehen, ihre Stirn gegen seine Schulter.

„Die beste Freundin Geschichte“, sagte sie leise. „Schreib sie. Aber gib ihr ein anderes Ende.“

Dann ging sie, und der Ryokan schluckte ihre Schritte, und Jakob blieb zurück, allein mit dem Geruch von Schwefel und Tee und dem Nachgeschmack von etwas, das er nicht benennen konnte. Er würde das Kapitel umschreiben. Er würde ihr das Manuskript schicken. Und er würde nie erfahren, ob sie es jemals gelesen hat.

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