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Büro Kurzgeschichten · Lesedauer ca. 10 Min · Ab 18 Jahren

Der Monitor warf fahles Blau auf ihre Wangen, als Lena den Blick hob. „Du denkst wirklich, du kriegst das hin?“ Sie lehnte sich zurück, die Arme vor der Brust verschränkt. Ihr Ton war scharf, aber in ihren Augen lauerte etwas anderes – ein schmaler, forschender Blick, der tiefer ging als bloße Skepsis.

Nils zuckte mit den Schultern. „Der Fehler liegt im dritten Abschnitt, nicht im zweiten. Ich hab die Zahlen schon einmal durchgerechnet.“ Er schob das ausgedruckte Spreadsheet über den polierten Schreibtisch. „Sieh selbst.“

Sie musterte ihn länger als nötig. Drei Wochen war er jetzt da, dieser Praktikant mit den klugen Augen und einer entwaffnenden Direktheit, die sie entwaffnete. Er stellte Fragen, die keiner zu stellen wagte, und hatte schon zweimal ihre Annahmen widerlegt. Es ärgerte sie. Und es erregte sie auf eine Weise, die sie sich nicht eingestehen wollte.

„Es ist fast elf“, sagte sie, und ihre Stimme klang flacher, als sie beabsichtigt hatte. „Wenn du falsch liegst, sitzen wir morgen früh um sechs wieder hier.“

„Liege ich nicht.“ Sein Lächeln war schmal und selbstbewusst, ein Zug, der ihr einen unwillkürlichen Schauer über den Rücken jagte. Ein Schauer, der sich dort festsetzte, tief im Nacken. Ein Schauer, den sie nicht zulassen durfte.

Sie stand auf, ging um den Tisch herum, blieb direkt vor ihm stehen. Der Abstand zwischen ihnen war kaum mehr als eine Handbreit. „Zeig mir deine Rechnung.“

Er roch nach Kaffee, nach der späten Stunde, und ganz leise nach einem würzigen Deodorant, das sie nicht kannte. Seine Finger tippten schnell auf die Tastatur, riefen die Datei auf. Sie beugte sich vor, ihre Schulter streifte seine. Er hielt inne, mitten in der Bewegung.

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„Hier“, sagte er, und seine Stimme klang heiserer. „Spalte G. Die Formel referenziert die falsche Zelle.“ Er drehte den Monitor zu ihr. Sie musste sich noch weiter vorbeugen, ihr fiel das Haar nach vorn, streifte seine Hand. Sie spürte, wie er den Atem anhielt, wie sich seine Hand unter ihrem Haar leicht spannte.

Ihr Puls beschleunigte sich. Das war dumm. Völlig unprofessionell. Er war der Praktikant, sie die Abteilungsleiterin. Doch seine Nähe wirkte wie ein Magnet, den sie nicht abschalten konnte, ein Sog, der ihre Vernunft überlagerte.

„Du hast recht“, sagte sie. Das Eingeständnis brannte süß auf ihrer Zunge. „Das habe ich übersehen.“

Er sah auf. Ihre Gesichter waren nur Zentimeter voneinander entfernt. In seinen Augen lag kein Triumph, nichts von dem gewohnten Siegesschimmer. Stattdessen etwas anderes – ein stilles, intensives Verlangen, das ihr den Atem raubte und sie für einen Moment vergessen ließ, wo sie war.

„Warum hast du mich nicht einfach korrigiert?“, fragte sie, und ihre Stimme war leiser als beabsichtigt. „Im Meeting vorhin. Du hast geschwiegen.“

„Weil ich sehen wollte, ob du es selbst merkst.“ Er ließ den Blick über ihr Gesicht gleiten, blieb an ihrem Mund hängen. „Du bist klüger, als du tust, Lena.“ Der Vorname traf sie unerwartet. Niemand nannte sie hier so. Sie war immer Frau Dr. Voss. Aber aus seinem Mund klang es wie ein Versprechen.

Das war eine Kampfansage. Statt zu kontern, beugte sie sich vor und küsste ihn.

Es war kein sanfter Kuss. Ihre Lippen trafen sich hart, fordernd, ein Test der Grenzen. Er reagierte sofort, legte eine Hand an ihre Hüfte, zog sie näher. Seine Zunge fand ihre, und sie ließ ihn ein, ließ ihn den Takt vorgeben, nur für einen Moment. Der Geschmack von Kaffee und etwas Süßem, das sie nicht benennen konnte, erfüllte ihren Mund.

Dann riss sie sich los. „Das ist verrückt.“ Ihre Stimme bebte, kaum mehr als ein Flüstern.

„Ja“, sagte er. „Willst du aufhören?“

Sie hielt seinem Blick stand. Der Verstand schrie ja. Der Körper schrie nein. „Nein“, flüsterte sie.

Er stand auf. Jetzt überragte er sie um einen halben Kopf, und der Raum schien kleiner zu werden. Seine Hand wanderte von ihrer Hüfte zu ihrem Nacken, drehte sanft, forderte ihren Mund erneut. Diesmal küsste er sie langsamer, genussvoller, ließ seine Lippen über ihre gleiten, biss leicht in ihre Unterlippe. Sie stöhnte auf, ein leises, ersticktes Geräusch, das ihn zum Grinsen brachte – ein schmales, gefährliches Grinsen.

„Du hast noch keine Ahnung, worauf du dich einlässt“, murmelte er.

„Dann zeig es mir“, antwortete sie, und ihre Stimme klang fremd in ihren eigenen Ohren. Tief, rau, voller einer Sehnsucht, die sie lange unter Verschluss gehalten hatte.

Er drängte sie rückwärts gegen den Schreibtisch. Die Kante grub sich in ihren Rücken, aber es kümmerte sie nicht mehr. Seine Hände glitten unter ihre Bluse, strichen über die nackte Haut ihres Bauches. Sie erschauerte unter seiner Berührung, spürte, wie sich ihre Brustwarzen aufrichteten, als wäre seine bloße Nähe ein Versprechen.

Er öffnete ihre Bluse Knopf für Knopf, langsam, als hätte er alle Zeit der Welt. Seine Finger bewegten sich mit einer Präzision, die sie faszinierte. Sie starrte auf seine Hände, auf die langen, schlanken Finger, die – mit chirurgischer Genauigkeit – den Stoff auseinanderzogen. Darunter kam ein schwarzer Spitzen-BH zum Vorschein, der ihre Brüste hob. Er sog scharf die Luft ein.

„Verdammt, Lena.“

Der Klang ihres Vornamens in seinem Mund traf sie wie ein Schlag. Er schob die Träger von ihren Schultern, und der BH fiel nach unten. Ihre Brüste kamen zum Vorschein, voll und schwer, die Brustwarzen schon hart. Er umfasste sie, ließ seine Daumen über die Spitzen kreisen, langsam, forschend. Sie keuchte auf, griff in sein Haar, zog seinen Mund an ihre Brust.

Er nahm die eine in den Mund, saugte sanft, während seine Finger die andere streichelten, das weiche Fleisch kneteten. Sie hielt den Atem an, als Elektrizität von ihrer Brust bis zwischen ihre Beine schoss, ein heißer, zuckender Blitz, der sie erschauern ließ. Sie bog sich ihm entgegen, bot sich dar, ohne Scham.

„Mein Schreibtisch“, keuchte sie. „Nicht hier.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch.

Er ließ von ihr ab, aber seine Augen blieben dunkel, die Pupillen geweitet. „Wo dann?“

Sie ergriff seine Hand und zog ihn zur Tür, die zu ihrem kleinen privaten Ruheraum führte – ein schmaler Raum mit einer schwarzen Ledercouch, einem Kleiderschrank und einer Minibar. Für genau solche Nächte hatte sie ihn eingerichtet, dachte sie, obwohl sie ihn nie benutzt hatte. Bis jetzt.

Sie schaltete kein Licht an. Das Neonlicht aus dem Büro fiel durch die Glastür und malte blasse Streifen auf die Couch, auf die glänzende Oberfläche des Leders. Er zog sie auf sich, ließ sich nach hinten fallen, und sie landete rittlings auf seinem Schoß. Unter ihr spürte sie seine Erektion, hart und drängend, durch den Stoff seiner Hose.

„Schnell“, flüsterte sie und riss an seinem Gürtel. Er half ihr, öffnete den Knopf, zog den Reißverschluss auf. Sein Penis sprang hervor, lang und gerade, die Spitze bereits feucht. Sie umschloss ihn mit der Hand, spürte das Pulsieren, das durch seinen ganzen Körper zu gehen schien.

„Nicht zu schnell“, sagte er, legte seine Hände auf ihre Hüften und drehte sie auf den Rücken. Jetzt lag sie unter ihm, der Länge nach auf der Couch, die Bluse offen, den Rock hochgeschoben. Er kniete sich zwischen ihre Beine und zog ihren Slip aus – ein schlichtes, schwarzes Stück Stoff, das sich leicht löste und zur Seite fiel.

Sein Blick wanderte über ihren Körper, und sie kam sich nackter vor als je zuvor. Nicht weil sie unbekleidet war, sondern weil er sie ansah, als würde er jeden Millimeter in sich aufnehmen. Als wäre sie etwas Besonderes. Etwas, das er begehrte.

Dann beugte er sich vor, und sein Mund fand ihren, gleichzeitig glitt seine Hand zwischen ihre Schenkel. Seine Finger teilten ihre Schamlippen, strichen über die feuchte Öffnung. Sie bäumte sich auf, presste ihren Schoß gegen seine Hand. „Du bist so nass“, murmelte er gegen ihre Lippen. „Schon die ganze Zeit?“

„Seit du mir gesagt hast, dass ich falsch liege“, gestand sie, und die Worte brannten auf ihrer Zunge.

Er lachte leise, ein dunkles, vibrierendes Geräusch, das sie noch mehr erregte. Seine Finger glitten tiefer. Ein Finger drang in sie ein, dann zwei, langsam, dehnte sie aus. Sie krallte sich in die Lederpolster, stieß den Atem aus. Er bewegte sich in ihr, ein rhythmisches Kommen und Gehen, das sie an den Rand der Besinnung trieb. Sie spürte, wie die Lust in ihr aufstieg, heiß und unaufhaltsam.

Als er den Kopf senkte und seine Zunge auf ihren Kitzler legte, schrie sie auf. Sein Mund arbeitete an ihr, während seine Finger nicht aufhörten, sie zu füllen. Der Druck baute sich auf, eine Welle, die sie zu überrollen drohte – aber er zog sich zurück, genau im richtigen Moment.

„Noch nicht“, sagte er, und seine Stimme war rau, kehlig. „Ich will in dir kommen.“

Er richtete sich auf, positionierte sich zwischen ihren Beinen. Die Spitze seines Penis berührte ihren Eingang, federleicht. Sie sah ihm in die Augen, und in diesem Moment war nichts zwischen ihnen als Ehrlichkeit – keine Titel, keine Machtspiele, nur zwei Körper, die sich begehrten. Ihr Atem vermischte sich, heiß und flach.

Er stieß zu, in einem langen, tiefen Zug, der sie ausfüllte, bis sie ihn in ihrer Kehle zu spüren glaubte. Sie schrie auf, ein Schrei, der in seinem Mund verschluckt wurde, als er sie küsste. Er begann sich zu bewegen. Lang zuerst, jede Bewegung ein betörender Stoß, der sie weiter nach oben trieb. Dann schneller, härter, der Rhythmus eines unausgesprochenen Wettkampfs, den beide gewinnen wollten.

Sein Atem kam stoßweise, ihre Fingernägel gruben sich in seinen Rücken. Sie war so kurz davor, spürte die Welle aufbauen, unaufhaltsam, ein Zittern, das ihren ganzen Körper erfasste. „Komm“, flüsterte er. „Komm mit mir.“

Und das tat sie. Sie löste sich in tausend Fragmente auf, während er in ihr zuckte und sein eigenes Verlangen in sie ergoss. Die Welt verschwamm, wurde zu einem einzigen, grellen Lichtblitz, der sie durchfuhr. Sie hielt ihn umschlungen, bis die letzten Wellen abebbten, bis ihr Atem sich beruhigte, bis sie wieder atmen konnte.

Eine ganze Weile lagen sie still, ineinander verschlungen. Die Stille wurde nur von ihren keuchenden Atemzügen unterbrochen, die sich allmählich verlangsamten. Dann, als die Kühle der Büro-Klimaanlage über ihre schweißnasse Haut strich, löste er sich von ihr, legte sich neben sie und zog sie in die Armbeuge. Sein Herz schlug noch immer schnell, ein dumpfer, beruhigender Rhythmus unter ihrem Ohr.

„Wir hätten die Deadline auch morgen früh erledigen können“, sagte er. Sein Mund war an ihrem Haar, der Atem warm auf ihrer Kopfhaut.

Sie lachte leise. „Wo wäre dann die Spannung geblieben?“

Er gab keine Antwort. Aber sein Arm um sie wurde fester, und sie spürte, wie er ihren Scheitel küsste, eine sanfte, fast zärtliche Geste. Und sie wusste: Das hier war noch lange nicht vorbei.

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