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Tokio um drei Uhr

Long-Distance Kurzgeschichten · Lesedauer ca. 10 Min · Ab 18 Jahren

Eine Long-Distance-Beziehung zwischen Wien und Tokio, gehalten durch Videocalls in der falschen Tageszeit. Explizite Kurzgeschichte. Ab 18.

Yuto wohnte in Setagaya, ich in Wien, in der Lerchenfelder Straße. Wir hatten uns vor sieben Monaten in Berlin kennengelernt, auf einer Konferenz für Wissenschaftskommunikation, und wir hatten beide gewusst, dass wir, wenn wir das machten, eine Fernbeziehung über siebentausend Kilometer und acht Zeitzonen führten — ohne die geringste Vorstellung, wann wir sie in eine Nahbeziehung würden umwandeln können.

Wir hatten beschlossen, es zu versuchen.

Acht Zeitzonen heißen: wenn ich aufstehe, ist er bei Abendessen. Wenn er aufsteht, schlafe ich noch. Wir hatten zwei Optionen — schreiben, oder einer von uns wachte aus seiner Routine aus.

Wir schrieben viel. Aber wir telefonierten auch, und wir telefonierten meistens, wenn es bei mir entweder sehr früh war oder sehr spät, und Yuto stand immer in der Mitte seiner Tageszeit, was es ihm leichter machte und mir schwerer.

Drei Uhr morgens war eine unserer Zeiten. Drei Uhr morgens in Wien ist elf Uhr morgens in Tokio, eine zivile Zeit. Drei Uhr morgens in Wien ist die Zeit, in der man entweder fest schläft oder gar nicht erst eingeschlafen ist.

Ich war jemand, der nicht einschlief.

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Wir telefonierten zwei- bis dreimal die Woche um drei. Wir hatten dafür eine kleine Routine entwickelt — ich machte mir einen Tee, er einen Kaffee, ich öffnete am Küchentisch das Notebook, er öffnete an seinem Küchentisch das seine. Die ersten zehn Minuten redeten wir über den Tag. Yuto erzählte mir, was er gerade machte, in welchem Café er gestern war, wen er getroffen hatte. Ich erzählte ihm, was ich morgen machen würde.

Aber irgendwann, fast immer nach den ersten zwanzig Minuten, kippte das Gespräch.

„Du siehst müde aus“, sagte er.

„Es ist drei Uhr.“

„Du könntest jetzt schlafen.“

„Ich könnte.“

„Du machst es nicht.“

„Nein.“

Es entstand jedes Mal eine Pause, in der einer von uns überlegte, was es genau war, das wir miteinander machten, in dem wir uns weigerten, die Verbindung um diese Uhrzeit zu beenden.

Im fünften Monat unserer Beziehung hatte Yuto angefangen, mich um halb vier vorzulesen. Er las japanische Kurzgeschichten in deutscher Übersetzung, weil das sein Studienfach war, und er las sie mir, weil er gemerkt hatte, dass ich um halb vier nicht mehr in der Lage war, einem Gespräch zu folgen.

In dem siebten Monat hatten wir es gesteigert. Er las mich. Er beschrieb mir, was er machen würde, wenn er bei mir wäre. Es war anders, als ich erwartet hätte — nicht plump, nicht explizit, sondern langsam, fast literarisch, als wäre auch das eine japanische Kurzgeschichte in deutscher Übersetzung. Er sagte mir, wie er das Kissen anhob, das ich mir um halb vier ans Brustbein klemmte. Er sagte mir, wie er mein Haar zur Seite legte, damit es nicht ins Gesicht fiel. Er sagte mir, wie seine Hand jetzt an meinem Hinterkopf wäre, und seine andere Hand würde ich mir vorstellen müssen.

Aber eines Nachts, als der Mond durch das Küchenfenster fiel und ich vor Müdigkeit zitterte, kippte es. Yuto war in seiner Küche in Setagaya, ich in meiner in Wien, und plötzlich sagte er nicht mehr, was er tun würde. Er sagte, was er tat. Er öffnete seinen Gürtel auf dem Bildschirm. Ich sah, wie seine Finger den Reißverschluss herunterzogen, wie er sich in seinen Stuhl lehnte, wie er seinen harten Schwanz aus der Boxershorts holte.

„Du bist müde“, sagte er leise. „Lass mich dich wachhalten.“

Ich sah, wie sein Schwanz aufrecht in seiner Hand lag — lang, dick, die Eichel dunkelrot und glänzend. Er umschloss ihn mit der Faust und begann langsam, die Haut über die Eichel zu ziehen und wieder zurück. Ich hörte sein leises Keuchen durch den Lautsprecher.

„Ich will dich in mir spüren“, flüsterte ich, und meine Hand wanderte unter meinen Schlafanzug. Ich strich über meine feuchte Möse, die bereits vor Verlangen nass war. Meine Finger fanden meine Klitoris, hart und geschwollen, und ich begann, kleine Kreise zu zeichnen, während ich ihn auf dem Bildschirm ansah.

„Zeig mir deine Fotze“, sagte er. „Mach sie auf für mich.“

Ich zog den Schlafanzug aus, ließ die Kamera tiefer sinken. Ich spreizte meine Beine, griff mit beiden Händen in meine Schamlippen und zog sie auseinander. Auf dem Bildschirm sah ich ihn, wie er schneller wurde, wie die Vorfreude in seinen Augen glitzerte.

„Du bist so nass“, stöhnte er. „Ich könnte meine Zunge in dich reinstecken und alles trinken.“

„Tu es“, bettelte ich. „Sag mir, wie es sich anfühlt.“

Und er begann zu erzählen, während er sich selbst bearbeitete. Seine Zunge, sagte er, würde meine Klitoris umkreisen, sie lecken, bis ich schrie. Dann würde er tiefer gehen, in meine nasse Höhle eindringen, seinen Mund an meiner Möse saugen, als ob er nie wieder etwas trinken würde. Ich hörte ihm zu und spürte, wie meine Finger in mir waren, zwei, drei, so tief ich konnte, während ich mir vorstellte, es wäre sein Schwanz.

Ich kam mit einem Schrei, der durch die Küche hallte, während er auf dem Bildschirm seinen Samen über seinen Bauch spritzte — dicke, weiße Tropfen, die über seine Haut liefen. Wir atmeten beide schwer, die Stirnen fast gegen die Bildschirme gedrückt.

Danach, als wir uns sammelten, fragte er: „Was machst du, wenn du wirklich kommst?“

„Welches wirklich?“

„Wenn du in einem Flugzeug sitzt und sie sagen, wir landen Narita.“

„Ich denke, ich werde nervös sein.“

„Warum?“

„Weil ich dich gut kenne und nicht weiß, wie wir aussehen, wenn wir am selben Ort sind.“

Wir trafen uns nach acht Monaten. Ich flog Ende November. Yuto kam mich vom Bahnhof Shibuya abholen, weil ich vom Flughafen die Bahn genommen hatte. Wir hatten uns über vier Monate nicht in 3D gesehen. Ich erkannte ihn sofort. Er erkannte mich sofort. Wir hatten beide damit gerechnet, dass es seltsam würde — und dann war es nicht seltsam. Wir gingen zu seiner Wohnung in Setagaya, dreißig Minuten Bahn, ich war müde von dem Jetlag, und wir hatten beide vor, am Abend essen zu gehen.

Wir gingen nicht essen.

Seine Wohnung war klein, drei Räume, einer mit dem Bett, einer mit der Küche, einer mit dem Bad. Wir gingen ins Wohnzimmer, das auch ein Schlafzimmer war, und wir setzten uns gegenüber. Wir sahen uns an. Es war keine Konversation. Es war eine Art Erkennung.

„Yuto.“

„Ja.“

„Wir hatten acht Monate, in denen alles im Konjunktiv war.“

„Jetzt ist es Realität.“

Ich stand auf, trat vor ihn. Meine Hand zitterte, als sie seinen Nacken berührte. Er roch anders, als ich ihn mir vorgestellt hatte — wärmer, irgendwie erdiger. Ich beugte mich vor, und als sich unsere Lippen trafen, war es nicht sanft. Es war hungrig, fast wild. Seine Zunge drang in meinen Mund ein, fordernd, und ich spürte, wie seine Hände meinen Rücken hinunterfuhren, unter meinen Pullover, auf meine bloße Haut.

„Ich will dich“, flüsterte er zwischen den Küssen. „Ich will jede Stelle von dir spüren.“

Er zog mir den Pullover über den Kopf, dann meinen BH. Seine Augen wurden dunkel, als er meine Brüste sah — voll, mit harten, aufgerichteten Nippeln. Er beugte sich vor und nahm einen in den Mund, saugte sanft, während seine Zunge über die Spitze kreiste. Ich stöhnte laut, griff in sein Haar, zog ihn fester an mich.

„Mehr“, keuchte ich. „Ich will mehr.“

Er kniete vor mir, öffnete meine Jeans mit zitternden Fingern, zog sie zusammen mit meinem Slip hinunter. Ich stand nackt vor ihm, und ich sah, wie sein Atem schneller ging. Er drückte sein Gesicht zwischen meine Beine, und als seine Zunge meine Möse traf, zuckte ich zusammen. Sie war nass, heiß, bereit.

Er leckte mich, als ob ich eine Delikatesse wäre — langsam, genießerisch, von unten nach oben, immer wieder über meine Klitoris streichend, bis ich die Beine nicht mehr halten konnte und mich auf das Bett fallen ließ. Er folgte mir, ohne meinen Körper zu verlassen, drehte mich auf den Rücken, spreizte meine Beine weit.

„Du schmeckst unglaublich“, murmelte er, während seine Zunge tiefer in mich eindrang. „Ich könnte den ganzen Tag hier bleiben.“

Er leckte mich hart, dann sanft, dann wieder hart, bis ich kam — ein langer, zitternder Orgasmus, der durch meinen ganzen Körper raste, während ich seinen Namen schrie. Er leckte mich durch die ganze Sache, bis mein Zittern nachließ, und dann stand er auf und zog sich aus.

Sein Körper war schlank, muskulös, und sein Schwanz stand hart und bereit vor mir. Ich setzte mich auf, ergriff ihn mit beiden Händen, führte ihn zu meinem Mund. Ich ließ meine Lippen über die Eichel gleiten, umschloss sie, und begann, ihn zu blasen, tief, immer tiefer, bis er in meinem Rachen war. Sein Stöhnen erfüllte den Raum.

„Fick mich“, sagte ich, als ich ihn losließ. „Jetzt. Hart.“

Er positionierte sich über mir, die Spitze seines Schwanzes drückte an meinen Eingang. Ich spürte, wie er langsam in mich glitt, Millimeter für Millimeter, und trotz der acht Monate der Fantasie war es so viel intensiver, als ich es mir vorgestellt hatte. Er war heiß, hart, und er füllte mich vollständig aus.

„Beweg dich“, flüsterte ich. „Fick mich.“

Er begann zu stoßen, anfangs langsam, dann immer schneller. Jeder Stoß traf den tiefsten Punkt in mir, und ich spürte, wie sich meine Muskeln um ihn zusammenzogen. Ich ritt ihm entgegen, hob mein Becken an, um ihn tiefer in mich zu lassen.

„Du fühlst dich so verdammt gut“, stöhnte er, und sein Atem wurde schwerer. „Ich will in dir kommen.“

„Tu es“, bettelte ich. „Komm in mich.“

Er stieß härter zu, schweißnass, die Muskeln in seinem Rücken angespannt. Ich spürte, wie mein zweiter Orgasmus aufbaute, mächtig, als ob ich explodieren würde. Ich schrie, als er über mich hinwegrollte, und in diesem Moment kam er — ich spürte, wie sein Samen in mich schoss, warm, dick, in langen, zuckenden Stößen, während sein Körper über mir bebte.

Wir blieben ineinander verschlungen, atemlos, schweißgebadet. Ich spürte, wie sein Schwanz in mir erschlaffte, aber ich ließ ihn nicht los. Ich wollte ihn noch eine Weile in mir spüren.

„Das war“, sagte er keuchend, „besser als alle Videocalls.“

„Das war wirklich“, sagte ich. „Jetzt fangen wir an.“

Er zog sich langsam zurück, rollte sich neben mich, legte seine Hand auf meine nasse Möse, streichelte sanft die geschwollenen Lippen, die immer noch zuckten. Ich drehte mich zu ihm, küsste ihn tief, während unsere Körper sich aneinander drückten. In dieser Nacht schliefen wir wenig — und jede Stunde war gefüllt mit dem Rauschen von Atem, dem Schmatzen von Küssen, dem Klatschen von Haut auf Haut. Als der Morgen dämmerte, war der Konjunktiv tot. Es gab nur noch die Gegenwart.

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