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Sturmstill

Reise Kurzgeschichten · Lesedauer ca. 10 Min · Ab 18 Jahren

Die Stille hier oben hatte ein Gewicht, das auf den Schultern lastete. Drei Stunden lang hatte ich gelauscht, wie der Schnee lautlos fiel und jede Regung erstickte. Dann kam der Sturm. Jetzt heulte der Wind um die Hütte, trieb Flocken gegen die Fenster, dass sie klirrten. Ich stand am Kamin, die Hände ausgestreckt, als die Tür aufging.

Der Fremde im Sturm

Er war ein Schatten im weißen Nichts, als er eintrat. Die Tür fiel ins Schloss, und die Stille kehrte zurück – aber eine andere, die von seiner Anwesenheit erfüllt war. Er klopfte den Schnee von der Jacke, ließ den Blick schweifen. Seine Augen blieben an mir hängen.

„Tut mir leid“, sagte er, die Stimme rau vom Wind. „Ich war unterwegs zur Talstation, aber der Sturm kam schneller. Ich habe das Licht gesehen.“

Ich nickte. „Bleib. Hier draußen überlebt niemand.“

Er streifte die Handschuhe ab, ließ den Rucksack zu Boden gleiten. Ich beobachtete seine Hände – schlanke Finger, die sich vorsichtig bewegten. Eine Zartheit in dieser Geste überraschte mich. Er war groß, breitschultrig, das dunkle Haar nass von geschmolzenen Flocken. Seine Augen waren grau wie der Himmel vor dem Sturm, aber als sie mich trafen, schien etwas aufzuflackern.

„Danke“, sagte er. „Ich bin Lukas.“

„Mara.“

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Ich wandte mich wieder dem Feuer zu, stocherte in der Glut. Mein Herz schlug schneller, aber ich ließ mir nichts anmerken. Ich war hierhergekommen, um allein zu sein. Um nachzudenken, Abstand zu gewinnen. Das letzte, was ich brauchte, war ein Fremder, der meine Einsamkeit durchbrach. Doch als er sich auf die Bank setzte, den Schnee aus den Stiefeln schüttelte, spürte ich eine seltsame Wärme, die nichts mit dem Kamin zu tun hatte.

„Wie lange wird der Sturm dauern?“, fragte er.

„Zwei, vielleicht drei Tage. Die Vorhersage war nicht gut.“

Er nickte, ohne Überraschung. „Dann habe ich wohl Glück im Unglück.“

Ich reichte ihm eine Schale Suppe, die ich auf dem Herd warm gehalten hatte. Er nahm sie, seine Finger streiften meine – ein kurzer Schock, wie statische Entladung. Er sah auf, hielt meinen Blick.

„Danke, Mara.“

Mein Name klang anders in seinem Mund. Tiefer, als würde er ihn kosten.

Nacht aus Schnee und Feuer

Wir aßen schweigend, während der Sturm tobte. Das Feuer warf tanzende Schatten an die Wände. Ich saß auf der anderen Seite des Tisches, beobachtete ihn. Seine Art, die Suppe zu löffeln – langsam, als hätte er alle Zeit der Welt. Die Art, wie er das Brot brach, ohne Hast. Jede Bewegung schien bedacht, als wolle er den Moment auskosten.

„Was führt dich hierher?“, fragte ich schließlich.

Er legte den Löffel ab. „Flucht, vielleicht. Ich musste raus. Stadt, Arbeit, das ganze Theater.“ Er lachte leise. „Und du?“

„Ähnlich. Ich brauchte Ruhe.“

„Hast du sie gefunden?“, fragte er. Es war keine flüchtige Frage – ich spürte, dass er die Antwort wirklich hören wollte.

„Bis vor einer Stunde, ja.“

Ein Lächeln umspielte seine Lippen. „Tut mir leid, dass ich sie störe.“

„Vielleicht ist es gut, gestört zu werden.“ Der Satz hing zwischen uns, schwerer als die Luft, die nach Rauch und Tannennadeln duftete. Ich stand auf, ging zum Fenster. Die Scheiben waren zugefroren, das Glas milchig. Draußen war nichts als Weiß und Wut.

Ich spürte ihn näher kommen, noch bevor ich ihn hörte. Seine Präsenz, die Wärme seines Körpers. Er blieb dicht hinter mir stehen – nicht berührend, aber nah genug, dass ich seinen Atem auf meinem Nacken spürte. Eine Gänsehaut breitete sich aus, fein und prickelnd.

„Es ist schön hier“, sagte er leise. „Trotz des Sturms.“

Ich drehte mich um. Sein Gesicht war nah, das Feuerlicht modellierte seine Züge, hob jeden Schatten hervor. Ich konnte jede Linie sehen, die feinen Fältchen um seine Augen. Der Wunsch, ihn zu berühren, war überwältigend.

„Es ist schön, weil du hier bist?“, hörte ich mich sagen. Die Worte kamen ohne Nachdenken, direkt aus dem Bauch.

Er antwortete nicht. Stattdessen hob er die Hand, berührte mein Gesicht. Die Fingerkuppen streichelten meinen Wangenknochen, meinen Kiefer. Die Geste war zart, beinahe ehrfürchtig. Ich hielt den Atem an.

„Darf ich?“, fragte er, und ich wusste, was er meinte.

Ich nickte.

Seine Lippen trafen meine – ein erster Kuss, vorsichtig, forschend. Sein Mund war weich und warm. Ich schmeckte Rotwein und das Salz seiner Haut. Meine Hände fanden seinen Pullover, krallten sich in die Wolle. Er zog mich näher, und ich ließ mich fallen. Der Kuss vertiefte sich, wurde fordernder. Seine Zunge strich über meine Lippen, drang ein, erforschte mich. Ein Stöhnen entwich mir.

Wir küssten uns, bis mir der Atem stockte, bis der Sturm draußen nur noch ein fernes Raunen war. Seine Hände wanderten unter meinen Pullover, über den Stoff meines Hemdes. Jede Berührung brannte, als hätte er Feuer in den Fingerspitzen. Er zog den Pullover über meinen Kopf, langsam, als wollte er mich nicht erschrecken. Dann öffnete er mein Hemd, Knopf für Knopf, und schob es von meinen Schultern. Der Stoff fiel zu Boden, und ich stand da, nur in meinem BH, die Haut im Feuerschein glühend. Er trat einen Schritt zurück, betrachtete mich mit einem Ausdruck, der mich erröten ließ.

„Du bist so schön“, flüsterte er. Seine Finger fanden den Verschluss meines BHs, öffneten ihn mit einer Leichtigkeit, die mich überraschte. Ich ließ die Träger von den Schultern gleiten, und er sah mich an, als wäre ich das kostbarste Kunstwerk. „Ich will dich“, sagte er, „aber nicht hastig. Ich will jeden Moment spüren, jeden Herzschlag.“

Ich nickte, ergriff seine Hand und führte ihn zur Bank vor dem Kamin. Wir setzten uns, ich saß rittlings auf seinem Schoß, mein nackter Oberkörper an seine Brust gepresst. Seine Hände glitten über meinen Rücken, warm und sanft. Ich spürte seine Erregung unter mir, als ich mich leicht gegen ihn rieb. Er stöhnte leise, biss sich auf die Lippe.

„Mara“, hauchte er, „du machst mich verrückt.“

Ich lächelte, beugte mich vor, um ihn zu küssen. Diesmal war der Kuss fordernder, voller Hunger. Meine Hände wanderten unter sein Hemd, fuhren über seine Brust, die Muskeln, die sich unter meiner Berührung spannten. Ich knöpfte sein Hemd auf, schob es von seinen Schultern. Seine Haut roch nach Moschus und dem Rauch des Feuers. Ich ließ meine Lippen über seinen Hals wandern, hinunter zu seiner Brust, wo ich die Brustwarze mit der Zunge umkreiste. Er zuckte, ein leises Keuchen entfuhr ihm.

Ein Tanz der Sinne

Ich kniete vor ihm, öffnete seinen Gürtel, seine Hose. Er hob die Hüften, half mir, die Kleidung zu entfernen. Sein Glied stand aufrecht, die Spitze feucht. Ich umfasste ihn, führte ihn an meine Lippen und nahm ihn in den Mund. Der Geschmack war intensiv – salzig, männlich, erdig. Ich bewegte meinen Kopf im Rhythmus, den ich spürte, ließ meine Zunge kreisen und tauchen. Seine Hand legte sich auf meinen Kopf, nicht drängend, sondern streichelnd. „Ja, Mara, genau so“, flüsterte er. Die Laute, die er von sich gab, trieben mich an, tiefer zu gehen, ihn ganz zu spüren. Aber nach einer Weile zog er mich sanft nach oben.

„Noch nicht“, sagte er, die Stimme heiser. „Ich will dich fühlen, wenn ich komme.“

Er stand auf, hob mich hoch, trug mich zur Decke vor dem Kamin. Dort legte er mich nieder, kniete sich zwischen meine Beine. Sein Blick war intensiv, als er meine Jeans öffnete, sie langsam über meine Hüften und Beine streifte. Ich blieb in meinem Slip liegen, die Haut von der Wärme des Feuers gerötet. Er beugte sich hinab, küsste meinen Bauch, ließ seine Lippen tiefer wandern. Seine Finger schoben den Stoff beiseite, und ich spürte seinen Atem auf meiner feuchten Haut. Dann seine Zunge – ein erster, zarter Kontakt, der mich durchzucken ließ. Ich bog mich ihm entgegen, als er begann, mich zu liebkosen. Kreise, Linien, sanftes Saugen – sein Mund war überall, erforschte mich, während ich mich an den Decken festhielt und stöhnte.

„Lukas, bitte“, keuchte ich, als die Spannung unerträglich wurde.

Er richtete sich auf, seine Augen dunkel vor Verlangen. Er streifte seinen Slip ab, und ich sah ihn ganz – breit, lang, bereit. Er beugte sich über mich, die Spitze an meiner Öffnung. „Bist du sicher?“, fragte er, und ich nickte, die Hüften ihm entgegenhebend.

Er drang ein – langsam, Zentimeter für Zentimeter. Ich spürte jede Faser meines Körpers, wie er mich füllte, mich dehnte. Ich hob die Beine, schlang sie um seine Hüften, zog ihn tiefer. Er hielt inne, ließ mir Zeit, mich anzupassen, seine Stirn auf meiner ruhend. „Beweg dich“, flüsterte ich, und er begann, sich in einem Rhythmus zu wiegen, der mich auf eine Reise mitnahm.

Seine Stöße waren tief, kraftvoll, aber nie grob. Jeder traf einen Punkt in mir, der mich vibrieren ließ. Ich spürte, wie die Lust in mir anwuchs, eine Welle, die sich aufbaute. Meine Hände glitten über seinen Rücken, spürten die Anspannung der Muskeln unter der weichen Haut. Er beugte sich hinab, küsste mich, während er sich bewegte, und der Kuss war so intim wie die Vereinigung unserer Körper. Das Feuer warf tanzende Schatten an die Decke, die Stille wurde nur von unserem Atem und dem Knistern der Flammen durchbrochen. Ich spürte, wie er sich zurückhielt, wie jeder Muskel in seinem Körper sich anspannte, um mich bis zum Höhepunkt zu bringen.

„Komm für mich“, hauchte er, seine Hand fand mich zwischen unseren Körpern, streichelte meinen Kitzler, bis ich die Kontrolle verlor. Ein Schrei entrang sich meiner Kehle, als der Orgasmus mich überrollte – eine Explosion der Sinne, die mich zerspringen ließ. Ich zuckte unter ihm, während er weitermachte, bis mein Beben nachließ. Dann ließ er sich fallen, ein letzter, tiefer Stoß, und ich fühlte, wie er sich in mir ergoss, warm und pulsierend, während er meinen Namen stöhnte.

Nach dem Sturm

Wir lagen nebeneinander, verschwitzt, atemlos. Der Sturm heulte noch immer, aber er schien entfernter, zivilisierter. Das Feuer knisterte friedlich, warf sanftes Licht auf unsere ineinander verschlungenen Körper. Er drehte sich zu mir, strich mir das Haar aus der Stirn.

„Das war … mehr als nur ein Urlaubsflirt“, sagte er.

Ich lachte leise. „Ja. Die Geschichte wird ernst.“

Er zog mich an sich, sein Herz schlug gegen meinen Rücken, ein regelmäßiger, beruhigender Puls. Ich schloss die Augen, ließ die Wärme in mich sinken. Draußen tobte der Schnee, aber drinnen, in dieser Hütte, war etwas gewachsen. Etwas, das dieser Nacht Bedeutung gab – weit über die körperliche Vereinigung hinaus.

Vielleicht war es der Sturm, vielleicht die Einsamkeit. Vielleicht war es einfach er. Aber ich wusste, dass dies nicht das Ende war. Es war ein Anfang.

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