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Der Duft von ungesagten Worten

Long-Distance Kurzgeschichten · Lesedauer ca. 11 Min · Ab 18 Jahren

Der Schlüsselbund entgleitet mir, als ich durch den Spion spähe. Meine Hand zittert, während ich die Tür aufreiße. Da steht er – durchnässt vom Regen, die Lungen nach Luft ringend, als wäre er ohne Unterbrechung gerannt. Drei Monate. Drei Monate lang habe ich mir eingeredet, dass die Pixel auf meinem Bildschirm genügen. Doch jetzt, wo sein Geruch nach feuchter Wolle und Regen in meine Wohnung dringt, wird mir klar, wie sehr ich mich selbst getäuscht habe.

„Lena“, sagt er heiser, und der Klang seiner Stimme – nicht aus Lautsprechern, sondern echt – umspült mich wie eine Welle.

Ich schweige. Greife nach seiner nassen Jacke, ziehe ihn über die Schwelle. Mein Körper ist bereits in Bewegung, bevor mein Verstand nachkommt. Ich dränge mich gegen ihn, presse meine Lippen auf seine. Sein Mund schmeckt nach Kaffee und etwas Süßem, nach der Stadt, aus der er gekommen ist, nach der Sehnsucht, die wir beide in uns getragen haben.

Der erste Riss in der Distanz

Seine Hände finden meinen Rücken, ziehen mich fester an sich. Ich spüre, wie meine Brustwarzen unter dem dünnen Stoff meines T-Shirts hart werden, als er mich an sich presst. Seine Finger gleiten unter den Saum, berühren die nackte Haut meines unteren Rückens. Ich zucke zusammen – nicht vor Kälte, sondern vor dieser ungewohnten, so realen Wärme.

„Ich hab dich so vermisst“, flüstere ich zwischen zwei Küssen, meine Stimme brüchig.

Er antwortet nicht mit Worten. Stattdessen hebt er mich hoch, trägt mich ins Wohnzimmer. Meine Beine schlingen sich um seine Hüften, mein Rock rutscht hoch über meine Oberschenkel. Auf der Couch landen wir schwer, ich auf seinem Schoß. Der Regen trommelt gegen die Fensterscheibe, doch das einzige Geräusch, das ich höre, ist sein schneller werdender Atem und das leise Quietschen des Leders unter uns.

Ich löse mich kurz von seinen Lippen, um ihm ins Gesicht zu sehen. Seine Augen sind dunkel, die Pupillen geweitet, und auf seinen Wangen liegt ein Hauch von Röte. „Ich kann es nicht glauben, dass du wirklich hier bist“, sage ich leise. „Ich dachte, du hättest bis nächste Woche zu tun.“

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„Hab mich krank gemeldet“, murmelt er, während seine Lippen meinen Hals hinabwandern. „Konnte nicht mehr warten.“

Seine Zunge zeichnet eine feuchte Spur von meinem Ohrläppchen bis zum Schlüsselbein. Ich schließe die Augen, lehne den Kopf zurück und genieße die kleinen, scharfen Empfindungen, die durch meinen Körper jagen. Seine linke Hand liegt auf meinem nackten Oberschenkel, die Finger zeichnen Kreise auf die Innenseite, immer näher an den Rand meines Höschens. Unter dem dünnen Stoff bin ich bereits feucht.

„Ich auch“, hauche ich. Ich setze mich auf, greife nach dem Saum seines Pullovers. Er hebt die Arme, und ich ziehe ihn aus. Meine Finger verweilen auf seiner Brust, spüren den festen Muskel unter der warmen Haut. Ich beuge mich vor und küsse ihn direkt über dem Herzen. Sein Puls schlägt schnell und stark gegen meine Lippen.

Entkleiden und Entdecken

Wir helfen uns gegenseitig aus den restlichen Kleidern. Meine Bluse fällt zu Boden, sein Gürtel klirrt, als er auf das Parkett trifft. Jeder Zentimeter Haut, der sich zeigt, ist wie eine kleine Erlösung. Ich liege unter ihm auf der Couch, spüre sein Gewicht auf mir – ein Gefühl, das ich seit Monaten nicht hatte. Keine Kamera, kein Bildschirm trennt uns. Nur wir zwei, ein warmer Körper auf dem anderen.

Seine Hand wandert von meinem Bauch hinunter, über den Slip, den ich noch trage. Er schiebt den Stoff beiseite, und seine Finger gleiten in mein feuchtes Inneres. Ich stöhne leise auf, als er den Druck findet, der mich immer verrückt macht. „Du bist so nass“, sagt er, seine Stimme rau vor Verlangen. „Für mich.“

Ich antworte nicht, beiße mir auf die Lippe. Seine Finger bewegen sich in mir, langsam, forschend, als wollte er jeden Millimeter meiner inneren Landschaft erkunden, den er seit Monaten nur durch Worte kannte. Ich hebe die Hüften an, drücke mich gegen seine Hand, suche mehr Reibung, mehr von diesem überwältigenden Gefühl, endlich wieder berührt zu werden.

„Nicht“, keuche ich, als er mich bis zum Rand treibt und dann stoppt. „Noch nicht. Ich will dich zuerst spüren.“

Er grinst, dieses schelmische Grinsen, das ich von unseren Videoanrufen kenne. Aber jetzt ist es echt, jetzt kann ich den kleinen Zahn, der etwas schief steht, sehen, den ich in all den Monaten nie genau erkennen konnte. „Ungeduldig?“, fragt er.

„Ja“, gestehe ich. Ich rolle uns herum, bis ich oben bin, mein Becken auf seinem ruht. Ich spüre seinen harten Penis durch den dünnen Stoff seiner Boxershorts. Langsam, absichtlich, reibe ich mich an ihm. Er stöhnt, schließt die Augen und vergräbt seine Finger in meinen Haaren.

Ich beuge mich hinunter, küsse seinen Bauch, seinen Brustkorb, sein Schlüsselbein. Dann lasse ich mich tiefer gleiten, mein Gesicht auf Höhe seiner Hüften. Ich streife seine Boxershorts ab, und sein Glied springt frei, hart und bereit. Einen Moment zögere ich, betrachte ihn. In den Videos habe ich ihn nie so gesehen, nie in natura. Er ist schöner als auf dem Bildschirm, lebendig, pulsierend. Ich umschließe ihn mit meiner Hand, spüre die samtige Haut über der Härte. Dann nehme ich ihn in den Mund.

Der Geschmack von Salz und Haut und etwas Undefinierbarem, das nur er ist, erfüllt mich. Er atmet scharf ein, und seine Hände finden meinen Kopf, nicht drängend, nur da. Ich nehme ihn tief, so weit ich kann, lasse meine Zunge um die Spitze kreisen, als ich zurückgleite. Keuchend sagt er meinen Namen, und der Klang vibriert durch meinen ganzen Körper.

Der Tanz der Körper

Nach einer Weile zieht er mich hoch, küsst mich, und ich kann mich selbst an ihm schmecken. „Ich will in dir sein“, flüstert er gegen meine Lippen. „Bitte.“

Ich richte mich auf, führe ihn an meine Öffnung. Für einen Herzschlag verharren wir beide, die Luft steht still zwischen uns. Dann senke ich mich langsam auf ihn, und das Gefühl, ausgefüllt zu werden, ist überwältigend. Ich spüre jede Dehnung, jede Wärme, jeden Zentimeter, der tiefer in mich eindringt. Ein Stöhnen entweicht mir, halb Schmerz, halb Lust, weil der Körper sich an die lang entbehrte Fülle gewöhnen muss.

Er wartet, bis ich mich ganz auf ihm niedergelassen habe, dann beginnt er, sich zu bewegen. Anfangs langsam, mit bedächtigen Stößen, die mich bis ins Innerste erschüttern. Ich reite ihn, meine Hände auf seiner Brust, meine Hüften kreisend im Rhythmus. Die Couch ächzt unter uns, und der Regen hat aufgehört, aber die Fenster sind beschlagen von unserer Hitze.

Seine Hände umfassen meine Taille, lenken meine Bewegungen. „So gut“, bringt er hervor, die Zähne zusammengebissen. „Du fühlst dich so gut an.“

Ich werfe den Kopf zurück, lasse mich ganz auf das Gefühl ein. Seine Stöße werden schneller, treiben mich höher und höher. Mein Atem stockt, als die Spannung in mir anwächst, sich zusammenschnürt. „Komm mit mir“, keuche ich, und ich spüre, wie auch er an der Grenze ist.

Es kommt über mich wie eine Flut, unaufhaltsam. Mein Inneres verkrampft sich um ihn, Wellen der Lust durchjagen mich, lassen mich zittern und stöhnen. Gleichzeitig spüre ich, wie er sich in mir ergießt, stoßweise, sein Körper unter mir bebend. Noch im Nachklang bewegen wir uns weiter, bis die letzte Welle verebbt.

Ich sinke auf ihn herab, mein Kopf an seiner Schulter. Seine Arme schlingen sich um mich, halten mich fest, als könnte er mich nie wieder loslassen. Die Stille ist jetzt anders, erfüllt von unserem gemeinsamen Atem und dem leisen Rauschen der Stadt draußen.

„Das war …“, beginnt er.

„Unbeschreiblich“, vollende ich. „Aber wir haben noch das ganze Wochenende.“

Er lacht leise, sein Lachen vibriert in seiner Brust. Dann dreht er uns zur Seite, sodass wir nebeneinander liegen, immer noch verbunden. Seine Hand streicht über meinen Rücken, zeichnet wirre Muster auf meine Haut. Ich schließe die Augen und spüre seinen Herzschlag, der sich langsam beruhigt. Die Entfernung von drei Monaten schmilzt in dieser einen Minute dahin, reduziert auf das, was wirklich zählt: die Nähe, die Wärme, das Vertrauen.

Verborgene Sehnsüchte

Später, nachdem wir geduscht haben und ich ihm eines meiner übergroßen T-Shirts geliehen habe, sitzen wir in der Küche. Ich mache Tee, er lehnt an der Arbeitsplatte und sieht mir zu. „Weißt du, was ich mir in den letzten Monaten am meisten gewünscht habe?“, frage ich, die Teekanne in der Hand.

Er schüttelt den Kopf.

„Dich hier zu haben. Nicht nur auf dem Bildschirm. Sondern wirklich, greifbar. Mit dir frühstücken, mit dir im Bett liegen, deine Hand auf meiner Haut spüren, während wir einfach nur fernsehen.“ Ich stelle die Tasse vor ihn hin. „Die kleinen Dinge. Aber auch die großen.“

Er nimmt meine Hand, zieht mich zwischen seine Beine. „Ich auch. Jede Nacht habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, dich im Arm zu halten. Deinen Geruch einzuatmen. Dich zu lieben, ohne dass eine Kamera uns trennt.“

Ich schmiege mich an ihn, spüre die Wärme seines Körpers durch das dünne Shirt. Seine Hände wandern unter meinen Bademantel, ruhen auf meiner nackten Hüfte. „Und jetzt?“, frage ich leise.

„Jetzt möchte ich dich noch einmal lieben“, sagt er, und seine Stimme ist wieder tief und begehrlich. „Langsamer diesmal. Vielleicht im Bett.“

Ich nicke, nehme seine Hand und führe ihn ins Schlafzimmer. Das Bett ist ungemacht, die Laken noch von heute Morgen, als ich allein aufgewacht bin. Jetzt werde ich sie mit ihm teilen.

Er legt mich auf die Decke, küsst mich dabei, sanft und ausgiebig. Seine Lippen wandern abwärts, über meinen Hals, meine Brüste, meinen Bauch. Als er zwischen meinen Beinen ankommt, hält er inne und sieht mich an. „Darf ich?“, fragt er, obwohl er die Antwort kennt.

„Ja“, flüstere ich. „Bitte.“

Seine Zunge findet meinen empfindlichsten Punkt, umkreist ihn mit einer Präzision, die mich sofort wieder erregen lässt. Ich vergrabe meine Finger in seinem Haar, hebe meine Hüften ihm entgegen. Er saugt sanft, lässt nicht locker, bis ich mich ihm erneut hingebe, zitternd und stöhnend. Dieses Mal ist es anders, tiefer, inniger. Keine Hektik mehr, nur das langsame, genussvolle Erkunden unserer Körper.

Als ich am Rand bin, zieht er sich zurück, küsst sich über meinen Bauch nach oben. „Jetzt du“, sagt er, und ich lache leise, rolle mich über ihn und küsse mich den gleichen Weg hinab, den er genommen hat. Ich nehme ihn in den Mund, genieße seine Reaktionen, das Zucken seiner Muskeln, das leise Stöhnen, das er nicht unterdrücken kann. Doch auch er stoppt mich, bevor ich ihn zum Höhepunkt bringe.

„Zusammen“, sagt er atemlos. „Dieses Mal zusammen.“

Wir finden eine neue Position, Seite an Seite, seine Brust an meinem Rücken, sein Bein zwischen meinen geschoben. Langsam dringt er wieder in mich ein, und ich spüre jede Bewegung, jedes sanfte Vor und Zurück. Seine Hand liegt auf meinem Bauch, während er sich in mir bewegt. Kurz vor dem Höhepunkt flüstert er mir ins Ohr: „Ich liebe dich.“

Die Worte treffen mich wie ein Schlag, aber ein schöner. Und dann komme ich, mit seinem Namen auf den Lippen, und spüre, wie auch er sich in mir verliert, die Welt um uns herum vergessend.

Danach liegen wir erschöpft, aber glücklich, ineinander verschlungen. Der Regen hat wieder eingesetzt, ein stetiges Murmeln am Fenster. Seine Finger spielen mit meinen Haaren, und ich schlafe ein, geborgen in seiner Nähe, die Distanz für diesen Moment vollkommen aufgehoben.

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