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Wiedersehen am Gate

Long-Distance Kurzgeschichten · Lesedauer ca. 9 Min · Ab 18 Jahren

Ich hatte vergessen, wie er roch. Drei Monate Fernbeziehung – unsere Stimmen durch Glasfasern gedrückt, unsere Gesichter flackernd auf Bildschirmen – hatten diesen Duft aus meinem Gedächtnis gelöscht. Jetzt, als er aus der Ankunftshalle trat, schlug er mir entgegen: eine Mischung aus Flugzeugtreibstoff, Kaffee und etwas Tieferem, das nach Seife und seiner Haut roch, nach Schlafmangel und Vorfreude. Ich stand da, die Hände in den Manteltaschen vergraben, und alles Einstudierte, alle Sätze, die ich mir zurechtgelegt hatte, war mit einem Mal verpufft.

Der erste Kuss

Er blieb zwei Meter vor mir stehen, den Rollkoffer neben sich. Sein Lächeln war schief, fast verlegen, und mein Herz hämmerte gegen die Rippen wie ein gefangener Vogel. „Hallo du“, sagte er. Seine Stimme klang heiserer als am Telefon, rauer, echter – als hätte die Reise ihr etwas von ihrer digitalen Glätte genommen. Ich machte einen Schritt auf ihn zu, dann noch einen. Dann hob ich die Hand und berührte seine Wange. Die leichten Bartstoppeln kratzten unter meinen Fingerspitzen, seine Haut war warm, fast fiebrig. „Hallo“, flüsterte ich. Er beugte sich vor, und unser erster Kuss war nicht zärtlich. Er war hungrig, fordernd, als müsste er all die einsamen Nächte nachholen, in denen wir nur das Atmen des anderen gehört hatten. Seine Lippen pressten sich auf meine, seine Zunge fand den Weg, und ich schmeckte Minze und ihn – eine Spur Kaffee, etwas Salziges. Ich vergrub meine Finger in seinem Haar, zog ihn näher, spürte seine Wärme durch den Mantel. Als wir uns lösten, war mein Atem flach, mein Herz raste. „Ich hab ein Hotelzimmer“, sagte ich leise. Sein Blick wurde dunkel, eine stumme Frage, die ich mit einem Nicken beantwortete. „Zeig mir den Weg.“

Wir gingen nebeneinander durch die schwach beleuchtete Unterführung, unsere Schultern berührten sich, Hände suchten und fanden sich. Seine Finger verschränkten sich mit meinen, ein fester Druck, als wollte er sichergehen, dass ich echt war. Im Fahrstuhl war die Stille zum Schneiden dick. Er sah mich an, ein langer, forschender Blick, der mir die Knie weich machte und ein heißes Ziehen in meinem Bauch auslöste. Ich drückte den Knopf für die fünfte Etage, mein Finger zitterte kaum merklich. Als die Türen aufglitten, nahm er meine Hand und führte mich durch den Flur, seine Schritte zielstrebig, als hätte er den Weg schon tausendmal zurückgelegt. Die Tür fiel ins Schloss – und mit einem Mal war da kein Raum mehr zwischen uns.

Das Hotelzimmer

Er schob mich gegen die Wand, seine Hände auf meinen Hüften, sein Mund an meinem Hals. Ich spürte seinen Atem, heiß und feucht auf meiner Haut, während seine Lippen eine Spur von meinem Ohrläppchen abwärts zogen, über die empfindliche Stelle an meinem Kiefer. Ich biss mir auf die Unterlippe, als seine Zähne sanft über mein Schlüsselbein kratzten, ein kurzer Schmerz, der sofort in wohliger Wärme aufging. Meine Finger fanden den Saum seines Hemds, zogen es aus dem Bund seiner Hose, tasteten über seinen Rücken. Die Muskeln spannten sich unter meiner Berührung an, hart und lebendig. „Ich will dich spüren“, murmelte er gegen meine Haut, seine Stimme rau vor Verlangen. „Jetzt.“

Er ließ von mir ab, nur um mich zu sich zu ziehen, hin zum Bett. Seine Blicke brannten sich in mich, während er langsam mein Kleid öffnete. Der Reißverschluss gab ein leises Zischen von sich, das in der Stille des Raumes laut klang. Das Kleid fiel zu Boden, ein dunkler Stoffhaufen um meine Knöchel, und ich stand im spitzenbesetzten schwarzen BH und Slip vor ihm, jeder Atemzug ließ meine Brüste sich heben. Seine Augen wurden dunkler, ein kaum wahrnehmbares Glühen. „Du bist noch schöner als auf den Fotos“, sagte er, und ich hörte die Ehrlichkeit in seiner Stimme. Seine Hand kam hoch, fuhr über die Kurve meiner Brust, über den Stoff hinweg, die Finger zeichneten die Rundung nach. Ich schloss die Augen, ließ mich treiben, konzentrierte mich auf die leichte Berührung. Dann kniete er sich vor mir hin, seine Lippen direkt vor meinem Bauchnabel. Er küsste mich dort, die Zungenspitze zeichnete langsame Kreise, tiefer und tiefer, bis er den Rand meines Slips erreichte. Ich hielt den Atem an, mein Becken zuckte unwillkürlich. Mit den Zähnen zog er den Stoff zur Seite, und sein Mund war auf mir – direkt, heiß, fordernd. Ein erstes, vorsichtiges Kosten, dann ein tieferes Eintauchen.

Ich stöhnte laut auf, eine Hand in seinem Haar vergraben, die andere suchte Halt an der Bettkante. Seine Zunge erforschte mich, mal sanft und spielerisch, mal fordernd und tief, ließ nicht locker, bis ich mich an ihm festhalten musste, um nicht wegzusacken. Die Spannung in meinem Bauch zog sich zusammen, ein Drängen, das mich überwältigte. „Nicht“, keuchte ich, meine Stimme kaum mehr als ein Hauch. „Noch nicht.“ Er hörte sofort auf, sah mich an mit feuchten Lippen, in seinen Augen ein Fragezeichen. „Dann zeig mir, wie du es willst.“

Das erste Mal zu zweit

Ich schob ihn aufs Bett, kniete über ihm, während ich seinen Gürtel öffnete – das Klicken der Schnalle ein Signal. Die Hose gab nach, darunter die Umrisse seiner Erektion, deutlich unter dem dunklen Stoff. Ich zog ihn langsam aus, ließ meine Finger über seine Oberschenkel gleiten, spürte die Wärme seiner Haut und die feinen Härchen. Er war schon hart, als ich ihn aus der Boxershorts befreite – eine glatte, warme Länge, die in meiner Hand pulsierte. Ich hielt ihn einen Moment, genoss das Gewicht, die Lebendigkeit. Dann beugte ich mich vor und nahm ihn in den Mund. Er stöhnte auf, sein Becken hob sich mir entgegen, und ich spürte seine Finger in meinem Haar, sanft, aber bestimmend. Ich nahm ihn tief, ließ meine Zunge um die Eichel kreisen, immer wieder, bis sein Atem stoßweise ging und seine Hüften kleine, drängende Stöße machten. „Komm her“, presste er hervor, seine Stimme heiser vor Verlangen. Ich ließ ihn los, saß auf ihm, ließ mich auf seinen Hüften nieder, spürte seine Härte zwischen meinen Schenkeln.

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Ich spürte ihn dort, wo ich ihn am meisten wollte – eine Berührung, die mich erzittern ließ. Mit einer langsamen, bewussten Bewegung ließ ich mich auf ihn gleiten. Für einen Moment gab es nur dieses Gefühl: wie er mich ausfüllte, wie meine inneren Muskeln ihn umschlossen, ein perfekter, enger Sitz. Ich atmete tief aus, während er in mir war, und ließ mich ganz auf ihn sinken. Dann begann ich zu reiten – auf und ab, erst langsam, jede Bewegung ein kleines Feuerwerk der Lust, dann schneller, getrieben von einem Rhythmus, der sich von selbst fand. Seine Hände lagen auf meinen Hüften, dirigierten, drängten, sein Daumen fand meinen Kitzler und übte sanften Druck aus. Ich warf den Kopf zurück, die Bewegung wurde flüssiger, und ich spürte, wie die Hitze in mir stieg, eine Welle, die mich höher trug. Er stöhnte meinen Namen, ein Laut, der mich noch tiefer in den Rausch zog. Ich beugte mich vor, meine Brüste streiften seine Brust, meine Lippen fanden sein Ohr. „Komm mit mir“, flüsterte ich, mein Atem heiß an seiner Haut.

Er rollte mich auf den Rücken, ohne mich zu verlassen – eine fließende Bewegung, die mich überraschte. Nun war er oben, trieb tiefer, jede Bewegung ein Stoß, der mich näher an den Rand brachte. Ich schlang meine Beine um seine Hüften, zog ihn noch tiefer in mich hinein, spürte, wie er jeden Zentimeter von mir ausfüllte. Seine Stirn lag auf meiner, seine Augen sahen mich an – und in diesem Blick war alles: die Sehnsucht, die Leere der getrennten Nächte, die pure, ungefilterte Gegenwart. Ich spürte, wie der Höhepunkt in mir aufstieg, unaufhaltsam wie eine Flutwelle, die mich überrollte. Ich schrie auf, bog mich ihm entgegen, während meine inneren Muskeln sich um ihn zusammenzogen, wellenförmig und heftig. Er folgte wenige Sekunden später, ein tiefes Stöhnen, sein Körper zitterte über mir, die letzte Hingabe.

Danach

Wir blieben ineinander verschlungen, sein Gewicht auf mir, unser Atem vermischte sich, ein gemeinsamer Rhythmus. Die Klimaanlage summte leise, draußen hörte man das entfernte Dröhnen startender Flugzeuge, ein Geräusch, das uns daran erinnerte, wo wir waren. Ich strich ihm über den Rücken, die feuchte Haut, die Wirbel unter meinen Fingerspitzen. „Ich wünschte, das wäre nie zu Ende gegangen“, murmelte er in meine Schulter, seine Stimme gedämpft. Ich lächelte, drehte den Kopf und küsste sein Haar, das nach Schweiß und ihm roch. „Wir haben noch eine ganze Nacht.“

Er hob den Kopf, grinste, ein Funke in seinen Augen. „Nur eine?“ Eine Stunde später lagen wir Seite an Seite, die Laken um uns gewickelt, und redeten. Über Kleinigkeiten – seinen Flug, die Verspätung, das schlechte Essen an Bord. Über die verpassten Momente, die wir uns am Telefon erzählt hatten. Aber seine Hand lag die ganze Zeit auf meinem Bauch, ein leichter Druck, als wollte er sichergehen, dass ich echt war, dass ich nicht verschwand. Ich legte meine Hand auf seine, ließ meine Finger mit seinen verschränken. „Ich hab dich vermisst“, sagte ich, und die Worte fühlten sich zu klein an für das, was ich fühlte. „Mehr als ich dir je sagen konnte.“

Er drehte sich zu mir, der Ernst in seinen Augen war neu, eine Tiefe, die ich vorher nicht gesehen hatte. „Das war nur der Anfang.“ Seine Hand wanderte tiefer, über meinen Bauch, und ich spürte, wie mein Körper wieder reagierte, ein sanftes Ziehen, eine neu entfachte Erwartung. Und ich wusste, diese Nacht würde lang werden, und jeder Moment würde sich für immer in meine Erinnerung brennen – das Rauschen der Klimaanlage, das ferne Dröhnen der Triebwerke, die Wärme seiner Hand auf meiner Haut.

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