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Der Schatten des Feuers

Affäre Kurzgeschichten · Lesedauer ca. 19 Min · Ab 18 Jahren

Diese Geschichte wurde automatisch mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Personen sind volljährig. Ab 18.

Der erste Abend im Kurs begann mit einer Lüge. Nicht mit einer lauten, sondern mit einer leisen, beiläufigen, wie man sie sich selbst erzählt, um den nächsten Schritt zu rechtfertigen. Ich stand am Fenster der Almhütte, die man uns als Seminarraum umgebaut hatte, und sah, wie der Regen gegen das dunkle Holz schlug. Hinter mir sortierten sieben Menschen ihre Notizbücher, ihre Laptops, ihre Erwartungen. Ich hörte das Rascheln von Papier, das Räuspern, das verlegene Lachen. Und dann hörte ich ihre Stimme.

„Ist der Platz hier frei?“

Ich drehte mich um. Sie stand neben dem langen Tisch, auf dem ich meine Unterlagen ausgebreitet hatte, und hielt einen abgenutzten Ledereinband in den Händen. Ihre Augen waren von einem Grün, das im Lampenlicht fast golden wirkte, und ihr Lächeln hatte etwas Zögerliches, das mich an einen Vogel erinnerte, der sich nicht sicher war, ob der Ast ihn tragen würde.

„Ja“, sagte ich. „Bitte.“

Sie setzte sich. Ich roch ihren Duft, bevor ich sie näher sah: etwas aus Lavendel und feuchtem Wolle, vermischt mit dem Rauch des Kamins, der im Nebenraum knisterte. Der Kurs hieß „Literarisches Schreiben im Alpenraum“, und ich hatte ihn angenommen, weil ich das Honorar brauchte, nicht weil ich an Salzburg glaubte. Die Stadt, die Berge, die Idylle — alles daran kam mir wie eine Postkarte vor, die jemand vergessen hatte, abzuschicken.

Die Einführung zog sich hin. Ich sprach über Perspektive, über die Kunst des Zeigens, über die Falle der Zusammenfassung. Die Teilnehmer nickten, machten Notizen, nippten an ihrem Glühwein. Sie saß in der zweiten Reihe, den Stift zwischen den Fingern, und schrieb kaum etwas auf. Stattdessen beobachtete sie mich mit einer Intensität, die mich dazu brachte, öfter als nötig zum Fenster zu schauen, wo der Regen inzwischen zu Schnee geworden war.

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„Schreiben Sie über das, was Sie nicht sagen können“, sagte ich in die Runde. „Das ist der einzige Weg, eine erotische geschichte affäre zu erzählen, die wirklich berührt. Die Wahrheit liegt im Ungesagten.“

Ich hatte den Satz nicht geplant. Er kam einfach, wie so oft, wenn ich vor einer Gruppe stand und meine eigene Stimme mich überraschte. Sie hob den Kopf, und für einen Moment trafen sich unsere Blicke über die Tischreihen hinweg. Ihr Mund öffnete sich einen Spaltbreit, dann senkte sie den Blick wieder.

Am zweiten Tag wurden die Übungen persönlicher. Ich ließ die Gruppe beschreiben, was sie am Morgen gefühlt hatten, ohne das Wort „Gefühl“ zu verwenden. Sie schrieb eine halbe Seite über das Knirschen des Schnees unter ihren Stiefeln, über den kalten Griff der Türklinke, über den Dampf ihres Atems, der vor ihrem Gesicht zerplatzte wie eine kleine, weiße Wolke. Ich las ihre Zeilen, als ich durch die Reihen ging, und blieb stehen.

„Das ist gut“, sagte ich.

Sie sah auf. „Wirklich?“

„Ja. Sie zeigen, statt zu erzählen. Mehr braucht es nicht.“

Sie lächelte, und in diesem Lächeln lag etwas, das ich nicht benennen konnte. Eine Vertrautheit, die nicht von diesem Raum, nicht von diesen Stunden stammte. Als hätten wir uns schon einmal getroffen, in einem anderen Leben, in einer anderen Sprache.

Am Abend zog ich mich in mein Zimmer zurück. Die Hütte lag am Rand eines Waldes, und von meinem Fenster aus sah ich die Lichter der Stadt weit unten im Tal, klein wie Sterne, die man versehentlich auf die Erde gestellt hatte. Ich dachte an meine Frau, die zu Hause in Wien geblieben war, an die Art, wie sie mir am Telefon gute Nacht gesagt hatte — freundlich, routiniert, ohne jede Neugier auf das, was ich hier tat. Wir hatten uns in den letzten Jahren auseinandergelebt, nicht mit einem Knall, sondern mit einem langsamen, schmerzhaften Verblassen, wie eine Fotografie, die zu lange in der Sonne lag.

Ich nahm mein Notizbuch und schrieb, was ich nicht hätte schreiben sollen. Ihren Namen, den ich aus der Teilnehmerliste kannte: Marlene. Ihre Hand, die den Stift hielt, als wäre er etwas Zerbrechliches. Die Art, wie sie den Kopf schräg legte, wenn sie über eine Formulierung nachdachte, als würde sie einer fernen Musik lauschen.

Am dritten Tag gab ich der Gruppe die Aufgabe, eine Szene zu schreiben, in der zwei Menschen sich zum ersten Mal berühren — ohne dass die Berührung direkt beschrieben wird. Sie schrieb über eine Frau, die einem Mann den Schnee von der Schulter klopft, die dabei stehen bleibt, die Hand eine Sekunde zu lange auf dem Stoff. Als sie mir das Blatt gab, beugte sie sich vor, und ich spürte ihren Atem an meinem Ohr.

„Ich habe das Gefühl, Sie wissen genau, wovon ich schreibe“, flüsterte sie.

Ich trat einen halben Schritt zurück. „Das ist der Punkt guter Texte. Sie machen den Leser zum Komplizen.“

Sie lachte leise. „Und den Schreiblehrer?“

Ich antwortete nicht. Ich nahm das Blatt, legte es zu den anderen, und spürte, wie mein Herzschlag sich veränderte — nicht schneller, nicht langsamer, sondern grundlegend anders, wie ein Motor, der plötzlich auf eine andere Drehzahl wechselt.

In der Nacht schneite es. Ich lag wach, hörte das leise Pfeifen des Windes durch die Balken, und dachte an ihre Worte. An ihre Stimme, die einen warmen Unterton hatte, wenn sie sprach, als würde sie ein Geheimnis hüten, das sie gerne preisgeben wollte. Ich stand auf, ging zum Fenster, und sah sie unten im Hof stehen. Sie trug einen dicken Wollmantel, die Kapuze über dem Kopf, und sah zum Himmel hinauf, wo die Wolken langsam aufrissen und ein paar Sterne freigaben.

Ich hätte gehen sollen. Ich hätte das Fenster schließen, mich wieder hinlegen, an meine Frau denken sollen. Stattdessen zog ich meine Jacke über und ging hinunter.

Sie drehte sich um, als sie meine Schritte hörte, und ihr Gesicht zeigte keine Überraschung. Als hätte sie gewartet.

„Können Sie nicht schlafen?“, fragte sie.

„Nein. Und Sie?“

„Ich schreibe oft nachts. Aber heute wollte ich einfach nur raus. Der Schnee macht alles so still.“

Wir standen nebeneinander, ohne uns zu berühren. Der Schnee fiel in feinen, gleichmäßigen Flocken, und ich spürte, wie er auf meinen Haaren schmolz. Ihre Schulter war dicht an meiner, und ich musste mich bewusst daran erinnern, dass dies ein Seminar war, dass ich der Lehrer war, dass es Regeln gab, die ich nicht brechen durfte.

„Wovon handelt Ihre Geschichte?“, fragte ich.

Sie sah mich an. „Von einer Frau, die etwas will, das sie nicht haben darf. Von einer erotische geschichte affäre, die noch gar nicht begonnen hat. Und die trotzdem schon wehtut.“

Ich schwieg. Der Schnee sammelte sich auf dem Geländer vor uns, und ich sah, wie ihre Finger über das feuchte Holz strichen, langsam, nachdenklich.

„Und Sie?“, fragte sie. „Können Sie nur unterrichten, oder können Sie auch fühlen?“

„Beides“, sagte ich. „Nur nicht gleichzeitig.“

Sie lächelte, und ich wusste, dass ich verloren hatte. Nicht in diesem Moment, nicht in dieser Nacht, aber in dem Wissen, das zwischen uns gewachsen war wie ein Riss, den man nicht mehr kitten kann.

Am nächsten Morgen schrieb ich eine Übung an die Tafel. „Beschreiben Sie den Moment, bevor ein Kuss stattfindet. Alles, was davor passiert. Nichts, was danach kommt.“

Die Gruppe machte sich ans Werk. Sie nicht. Sie blieb sitzen, den Stift in der Hand, und sah mich an, bis die anderen den Raum verließen, um draußen ihre Texte zu überarbeiten. Wir waren allein, der Kamin knisterte, und draußen fiel der Schnee in dichten, weißen Vorhängen.

„Ich brauche Hilfe“, sagte sie.

„Wobei?“

„Bei der Übung. Ich weiß nicht, wie ich den Moment beschreiben soll, ohne ihn zu beschreiben.“

Ich ging zu ihr, blieb neben ihrem Stuhl stehen. Sie sah auf, und ich konnte die hellen Linien an ihren Augen sehen, die feinen Falten, die das Licht zeichnete. Sie war Mitte dreißig, hatte einen Ehemann zu Hause, das wusste ich aus den Unterlagen, und trotzdem stand da etwas in ihrem Blick, das mich an eine Frau erinnerte, die Angst vor ihrer eigenen Freiheit hatte.

„Sie schreiben über den Atem“, sagte ich. „Über die Hand, die zittert. Über die Sekunde, in der beide wissen, was passieren wird, und trotzdem so tun, als wüssten sie es nicht.“

Sie legte den Stift hin. „Und wenn ich es nicht schreiben kann? Wenn ich es lieber tun würde?“

Ich hätte weggehen können. Ich hätte sagen können, dass es dafür keine Übung gibt. Stattdessen beugte ich mich vor, und ihre Hand fand meine, nicht zufällig, nicht versehentlich, sondern mit einer Absicht, die ich in jedem Muskel spürte.

„Marlene“, sagte ich.

„Ja?“

„Das hier wird nicht gut enden.“

„Ich weiß“, sagte sie. „Aber es wird beginnen.“

Sie stand auf, und ich sah, wie ihre Brust unter dem dünnen Pullover hob und senkte, wie ihr Atem schneller ging, wie ihre Augen glänzten. Ich legte meine Hand an ihre Wange, und sie schloss die Augen, lehnte sich in meine Berührung, als wäre sie etwas, das sie lange entbehrt hatte.

Ich küsste sie. Nicht sanft, nicht vorsichtig, sondern mit einer Wucht, die mich selbst überraschte. Sie öffnete den Mund unter meinem, und ich schmeckte den Kaffee, den sie am Morgen getrunken hatte, und etwas anderes — etwas Süßes, das ich nicht benennen konnte. Ihre Hände griffen in meine Haare, zogen mich näher, und ich spürte, wie sie sich an mich presste, wie ihre Brüste sich gegen meine Brust drückten, wie ihr Becken sich suchte.

Wir lösten uns voneinander, atemlos. Die Stille zwischen uns war so laut, dass ich dachte, sie müsste uns verraten.

„Nicht hier“, sagte ich. „Nicht in diesem Raum.“

Sie nickte. Ihre Hand rutschte in meine, und sie führte mich durch den Flur, die Treppe hinauf, in ein Zimmer, das ihren Geruch trug — Lavendel und Wolle und etwas von dem Schnee, der draußen fiel. Die Tür fiel ins Schloss, und wir standen im Halbdunkel, das nur vom Licht der Straßenlampe erhellt wurde, die durch das Fenster schien.

Ich sah sie an. Sie stand vor mir, den Kopf leicht geneigt, und ihre Hände fanden den Saum ihres Pullovers. Sie zog ihn über den Kopf, und ich sah ihre Schultern, ihre Arme, die sanfte Rundung ihrer Brüste unter dem dünnen Stoff des BHs. Sie machte keine Eile, keine Scham. Sie bot sich dar, nicht wie eine Geste, sondern wie ein Versprechen.

Ich trat auf sie zu. Meine Hände fanden ihren Rücken, glitten über die Haut unter dem BH-Verschluss, und ich spürte, wie sie zitterte, als meine Finger die einzelnen Wirbel abtasteten. Sie lehnte den Kopf zurück, als ich meinen Mund an ihren Hals legte, und ich atmete ihren Duft ein, bevor ich die Haut küsste, die pulsierte vor Leben.

„Ich will dich“, sagte sie. „Ich will dich in mir.“

Die Worte trafen mich wie ein Schlag. Ich öffnete den Verschluss ihres BHs, und er fiel auf den Boden, lautlos auf dem Teppich. Ihre Brüste waren voll, schwer, die Brustwarzen dunkel und hart von der Kälte des Raums. Ich beugte mich vor, nahm eine in den Mund, und sie stöhnte, ein leises, kehliges Geräusch, das durch mich hindurchging wie ein elektrischer Stoß. Ich saugte an ihr, umkreiste die Spitze mit der Zunge, und ihre Hände griffen in meine Haare, zogen mich fester an sich.

„Mehr“, flüsterte sie. „Bitte.“

Ich ließ ihre Hüften los, öffnete ihre Jeans, und sie half mir, indem sie sie über die Beine schob. Sie trug schwarze, schlichte Unterwäsche, die feucht war, als ich mit dem Finger darüberstrich. Sie sog scharf die Luft ein, und ich sah, wie sich ihr Becken unwillkürlich bewegte, wie sie sich gegen meine Hand drückte, ohne es zu wollen.

Ich kniete mich vor sie hin. Ihre Beine öffneten sich, und ich sah sie — nass, offen, bereit. Ich beugte mich vor, und mein Mund fand sie, und sie keuchte, als meine Zunge die salzige Süße ihrer Haut traf. Ich leckte sie langsam, genießerisch, spürte, wie sie unter meinen Lippen zuckte, wie ihre Finger sich in meine Haare krallten. Sie stöhnte nicht mehr leise; sie ließ es raus, ein tiefes, rollendes Geräusch, das durch den Raum hallte und das ich aufsog wie Wasser in der Wüste.

„Komm in mich“, sagte sie. „Ich will dich fühlen.“

Ich stand auf, zog mein Hemd aus, meine Hose, und stand nackt vor ihr. Sie sah auf meinen Schwanz, der hart war, feucht an der Spitze, und ihre Hand fand ihn, umschloss ihn, zog mich zu sich. Sie führte mich zu dem Bett, das in der Ecke stand, und legte sich auf die Decke, die Arme über dem Kopf, die Beine geöffnet.

Ich kniete mich zwischen ihre Schenkel. Ich sah sie an, in diesem Moment, in dem alles noch möglich war und nichts mehr rückgängig zu machen. Ihr Blick war klar, wach, ohne jede Angst.

„Ja“, sagte sie. „Jetzt.“

Ich drang in sie ein. Langsam, aber ohne zu zögern, und sie schloss die Augen, als ich sie ausfüllte, als ich spürte, wie ihre Wärme mich umfing, wie ihre Muskel sich um mich schlossen, als wollten sie mich nie wieder loslassen. Sie bewegte sich unter mir, hob ihr Becken, nahm mich tiefer, und ich stützte mich auf meine Arme, sah hinunter auf ihr Gesicht, das sich veränderte — Schmerz, Lust, Sehnsucht, alles zugleich.

„Beweg dich“, flüsterte sie. „Bitte, bewege dich.“

Ich begann zu stoßen. Anfangs langsam, jeder Stoß ein eigenes Kapitel, dann schneller, tiefer, rhythmischer. Ihre Beine schlangen sich um meine Hüften, ihre Fersen drückten mich in sie hinein, und ich spürte, wie sie kam, wie ihr Körper sich spannte, wie ein Schrei aus ihrer Kehle brach, der nicht mehr aufzuhalten war. Sie kam mit einer Intensität, die mich mitriss, die alle meine Gedanken an Wien, an meine Frau, an die Regeln, die ich brechen würde, wie in einem Strudel verschluckte.

Ich hielt nicht an. Ich stieß weiter, bis sie wieder kam, ein zweites Mal, und dann nahm ich sie von hinten, ihre Hüften in meinen Händen, ihr Gesicht im Kissen vergraben, und ich sah, wie sich ihre Wirbelsäule bog, wie sie sich mir entgegenstreckte, wie sie mich bat, härter zu stoßen, tiefer, schneller.

Ich kam in ihr. Nicht kontrolliert, nicht geplant, sondern mit einem Aufschrei, der aus einer Tiefe kam, die ich nicht gekannt hatte. Ich spürte, wie meine Knie zitterten, wie sich mein ganzer Körper entlud, und sie drehte sich um, zog mich auf sich, hielt mich fest, als wollte sie mich in sich aufnehmen, für immer.

Wir lagen nebeneinander, verschwitzt, außer Atem. Der Schnee war inzwischen dichter geworden, und ich sah die weißen Flocken gegen das Fenster drücken, als würden sie Einlass begehren.

„Was jetzt?“, fragte sie.

Ich drehte den Kopf. Ihre Haare klebten an der Stirn, und ihre Augen waren glänzend, wie nach einem Wein, der einen betrunken macht, ohne dass man es merkt.

„Ich weiß es nicht“, sagte ich.

Sie lächelte, und dieses Lächeln war nicht mehr das zögerliche Vogel-Lächeln von vorhin. Es war ruhig, wissend, eine Frau, die gerade beschlossen hatte, sich zu nehmen, was sie wollte.

„Dann müssen wir es herausfinden“, sagte sie.

Am nächsten Morgen stand ich früher auf als die anderen. Ich ging in den Gemeinschaftsraum, wo der Kamin noch glomm, und setzte mich an den Tisch, auf dem meine Notizen lagen. Der Kurs hatte noch drei Tage, und ich wusste, dass ich diese Tage nicht überstehen würde, ohne sie zu berühren, ohne sie zu spüren, ohne sie in mir zu haben.

Sie kam kurz darauf. Sie trug einen dicken Pullover, der ihre Hüften bedeckte, und ihre Haare waren nass vom Duschen, das Wasser tropfte auf den Holzboden.

„Guten Morgen“, sagte sie.

„Guten Morgen.“

Sie setzte sich mir gegenüber, und ich sah, wie sie die Hände um eine Tasse Kaffee legte. Ihre Finger waren ruhig, aber ich sah etwas anderes in ihren Augen — eine Wachheit, eine Entschlossenheit, die mich erschreckte und anzog zugleich.

„Ich habe heute Nacht geschrieben“, sagte sie.

„Worüber?“

„Über uns. Über das, was passiert ist. Und über das, was passieren wird.“

Sie schob mir ein Blatt Papier über den Tisch. Ich las ihre Handschrift, die eng und flüssig war, und die Worte trafen mich wie ein Echo — jede Zeile eine Erinnerung, jede Formulierung eine Bestätigung dessen, was ich in der Nacht gefühlt hatte.

„Das ist gut“, sagte ich.

„Ich weiß“, sagte sie. „Deshalb schreibe ich weiter.“

Am Abend, als die anderen Teilnehmer längst schliefen, trafen wir uns wieder. Diesmal in meinem Zimmer, das nach kaltem Holz und Rauch roch. Sie stand im Türrahmen, und ich sah, wie sie zögerte — ein Moment der Schwäche, der mich menschlicher machte.

„Ich habe Angst“, sagte sie.

„Wovor?“

„Davor, dass das alles nur ein Spiel ist. Dass ich mich am Ende nicht traue, die Konsequenzen zu tragen.“

Ich trat auf sie zu, legte meine Hände an ihre Schultern. „Du musst nichts tragen. Du musst nur hier sein.“

Sie sah mich an, und ich sah Tränen in ihren Augen, die sie nicht wegblinzelte. „Und wenn ich mehr will?“

„Dann kriegst du mehr.“

Ich küsste sie, und diesmal war es nicht die Gier von vorhin, sondern etwas anderes — eine Zärtlichkeit, die mich überraschte, die mir Angst machte, weil sie nach Zukunft klang, nach etwas, das ich nicht versprechen konnte. Sie spürte es, und sie erwiderte es, ohne zu zögern.

Wir liebten uns langsam. Jeder Stoß ein Satz, jeder Atemzug ein Absatz, und als ich am Ende in ihrem Schoß lag, den Kopf auf ihren Brüsten, hörte ich, wie ihr Herz schlug — gleichmäßig, ruhig, als hätte es schon immer hier gewartet.

Am letzten Tag des Kurses packte sie ihre Sachen. Ich stand am Fenster und sah zu, wie sie den Koffer schloss, wie sie die Notizbücher in ihre Tasche legte.

„Ich fahre heute zurück“, sagte sie.

„Ich weiß.“

„Ich werde nicht zu meinem Mann zurückkehren.“

Ich drehte mich um. Sie stand vor mir, den Mantel über dem Arm, die Haare zurückgebunden, und sie sah mich an mit einem Blick, der keine Frage mehr enthielt.

„Und was wirst du tun?“, fragte ich.

„Ich werde warten. In Salzburg. In einer kleinen Wohnung, die ich mir suchen werde. Und wenn du bereit bist, weißt du, wo du mich findest.“

Sie lächelte, und ich sah in ihrem Lächeln den Anfang von etwas, das größer war als diese Hütte, größer als dieser Kurs, größer als die Lüge, mit der ich angefangen hatte.

„Marlene.“

„Ja?“

„Ich werde kommen.“

Sie nickte, und dann war sie fort. Ich blieb am Fenster stehen, sah ihr zu, wie sie durch den Schnee zum Parkplatz ging, wie sie einstieg, wie sie davonfuhr. Der Himmel war klar, und die Berge standen schwarz gegen die aufgehende Sonne.

Ich nahm mein Notizbuch, schlug es auf, und begann zu schreiben. Nicht über Kurse, nicht über Regeln, nicht über die Vergangenheit. Ich schrieb über sie, über den Schnee auf ihrer Schulter, über ihre Hand, die den Stift hielt, über den Anfang von etwas, das noch niemand kannte — eine erotische geschichte affäre, die gerade begonnen hatte, die sich nicht zusammenfassen ließ, die sich nur Seite für Seite zeigen würde.

Ich schrieb, bis die Sonne höher stand und der Schnee zu glitzern begann. Und als ich aufstand, um meine eigenen Sachen zu packen, wusste ich, dass ich nicht nach Wien zurückkehren würde. Ich würde nach Salzburg fahren. Ich würde sie suchen. Und ich würde sie finden.

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