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Nacht über Brooklyn

Freunde Kurzgeschichten · Lesedauer ca. 14 Min · Ab 18 Jahren

Diese Geschichte wurde automatisch mit KI-Unterstützung erstellt. Alle Personen sind volljährig. Ab 18.

Das Fenster stand einen Spalt offen, und durch den Spalt drang der Sommer von Brooklyn herein: ein Geräuschteppich aus Sirenen, dumpfem Bass aus einem Auto unten auf der Straße, dem Zischen einer Sprinkleranlage im Hof. Martin stand davor, das Glas Whisky in der Hand, und sah auf die Lichter von Manhattan hinüber. Er trug ein Hemd, das er gebügelt hatte, obwohl niemand es sehen würde außer ihm, und eine Hose, die er vor zwanzig Minuten wieder ausgezogen und dann wieder angezogen hatte. Er war Anfang fünfzig, und er fühlte sich an wie ein Teenager vor dem ersten Date.

Der Laptop stand auf dem Küchentresen, geöffnet, die Kamera bereit. Der Videoanruf war für neun Uhr abends angesetzt. Sie hatte vorgeschlagen, es zu tun, diesen Anruf, diesen letzten Anruf, bevor alles anders würde. Sie hatte gesagt, sie wolle sein Gesicht sehen, wenn sie es ihm sagte, oder vielleicht sein Gesicht sehen, wenn er es ihr sagte, oder vielleicht einfach sein Gesicht sehen. Er hatte nicht nachgefragt. Er hatte ja gesagt, wie er immer ja gesagt hatte, wenn sie etwas vorschlug.

Die Geschichte war so: Sie war seine Therapeutin gewesen. Drei Jahre lang, zweimal die Woche, dann einmal die Woche, dann nur noch alle zwei Wochen. Sie hatte ihm geholfen, seine Ehe zu beenden, seine Karriere neu zu justieren, seine Kinder in ein anderes Land zu verabschieden. Sie hatte ihm geholfen, zu schlafen, zu atmen, zu leben. Und dann, vor einem Jahr, hatte sie die Therapie beendet. Weil es eine Grenze gab, sagte sie. Weil sie ihn nicht mehr objektiv sehen konnte. Das war das erste Mal, dass er ihre Stimme hatte brechen hören.

Seitdem waren sie Freunde. Freunde mit einer seltsamen Vorgeschichte, Freunde mit einem unausgesprochenen Unterton. Sie hatten Kaffee getrunken, wenn sie in derselben Stadt war, aber sie lebte inzwischen in Seattle, und er blieb hier, in dem Loft, das sie ihm geholfen hatte zu kaufen. Sie hatten lange Telefonate geführt, Nachrichten ausgetauscht, und einmal, vor sechs Monaten, hatte sie ihm nachts um zwei geschrieben: „Ich kann nicht schlafen. Denkst du auch manchmal daran, wie es wäre?“

Er hatte nicht geantwortet. Er hatte den ganzen nächsten Tag auf die Nachricht gestarrt und dann gelöscht, ohne zu antworten. Sie hatte nie wieder gefragt. Aber die Frage hing zwischen ihnen, monatelang, ein Seidenfaden, der bei jeder Berührung zitterte.

Jetzt war sie am anderen Ende der Leitung. Neun Uhr. Er setzte sich auf den Barhocker, stellte das Glas weg, atmete aus. Der Klingelton summte, und dann war sie da: ihr Gesicht, gerahmt von dunklen Haaren, die sie sich kürzer geschnitten hatte als früher, ihre Augen, die immer noch so blau waren, dass es wehtat. Sie lächelte, aber das Lächeln war dünn.

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„Martin.“

„Clara.“

Sie sahen sich an. Auf dem Bildschirm war sie klein, aber ihre Präsenz füllte den Raum. Im Hintergrund sah er Bücherregale, eine Pflanze, ein Fenster mit Regen.

„Du bist in Seattle“, sagte er dumm.

„Ich bin in Seattle“, sagte sie. „Und du in Brooklyn. Ich sehe die Lichter hinter dir.“

„Ja.“

Sie schwiegen. Es war ein vertrautes Schweigen, das Schweigen zwischen Menschen, die zu viel voneinander wussten, um Smalltalk zu brauchen. Aber es war auch ein neues Schweigen, eines, das geladen war.

„Ich fliege übermorgen nach New York“, sagte sie schließlich. „Für eine Konferenz. Aber ich habe mir danach zwei Tage freigenommen.“

Sein Herz schlug gegen seine Rippen. „Zwei Tage?“

„Zwei Tage. Und ich dachte… ich dachte, ich könnte bei dir wohnen. Wenn das okay ist.“

Er schluckte. „Das ist okay. Das ist mehr als okay.“

Sie nickte. Sie sah müde aus, müde und schön, und er wollte seine Hand durch den Bildschirm strecken, um ihr über die Wange zu fahren. Er hatte es sich so oft vorgestellt, ihre Haut unter seinen Fingern, dass er manchmal aufwachte und die Berührung noch spürte.

„Martin, ich muss dir etwas sagen“, sagte sie. Ihre Stimme war leiser geworden. „Bevor ich komme.“

„Sag es.“

„Ich habe die ganze Zeit darüber nachgedacht. Über uns. Über das, was zwischen uns passiert ist und was nicht passiert ist. Und ich habe mir selbst gesagt, dass es falsch wäre, dass es eine Grenze gibt, dass ich eine Professionelle war, dass es unethisch ist.“ Sie lachte kurz, ein trockenes Geräusch. „Ich habe mir das ein Jahr lang gesagt. Und dann habe ich gemerkt, dass ich es nicht mehr kann.“

„Was nicht mehr kannst?“

„Dich nicht berühren zu können.“ Sie sah direkt in die Kamera. „Ich will wissen, wie du schmeckst. Ich will wissen, wie du klingst, wenn du kommst. Ich will deine Hände auf meiner Haut spüren. Nicht in meiner Fantasie. Wirklich.“

Die Worte trafen ihn wie ein Schlag. Er öffnete den Mund, aber nichts kam heraus. Er sah sie an, ihre Wangen, die sich leicht gerötet hatten, ihre Lippen, die sie sich kurz anfeuchtete.

„Ich bin vierzig“, sagte sie. „Ich bin zu alt für dieses Hin und Her. Ich habe dir damals geschrieben, und du hast nicht geantwortet, und ich dachte, ich hätte es falsch verstanden. Aber jetzt, wenn ich dich sehe, wenn ich dein Gesicht sehe… Martin, sag mir, ob ich mir das einbilde. Sag mir, dass du nicht auch daran denkst.“

Er lehnte sich zurück. Der Stuhl knarrte. Er sah ihr in die Augen, diesen blauen Augen, die ihn durch die dunkelsten Monate seines Lebens geführt hatten.

„Ich denke daran“, sagte er. „Jeden Tag. Ich wache damit auf. Ich schlafe damit ein. Ich habe Dinge getan, die ich dir nicht erzählen kann, nur um mich zu beruhigen, und es hat nie funktioniert.“

„Was für Dinge?“

Er schüttelte den Kopf. „Das ist egal. Es geht nicht darum. Es geht darum, dass du kommst. Dass wir das tun. Dass ich dich endlich berühre.“

Sie atmete aus, lang und tief. Ihre Schultern sanken. „Okay“, sagte sie. „Okay.“

Sie sahen sich wieder an. Diesmal war das Schweigen ein anderes. Es war das Schweigen vor dem Ende, das Schweigen bevor man springt.

„Zeig mir dein Loft“, sagte sie leise. „Ich will sehen, wo ich schlafen werde.“

Er stand auf und drehte den Laptop. Er führte sie durch den Raum, das hohe Regal mit den Büchern, die große Couch, das Bett in der Ecke, das er am Morgen frisch bezogen hatte. Er zeigte ihr die Küche, das Bad, das Fenster mit dem Blick auf die Brooklyn Bridge. Sie kommentierte, lächelte, stellte Fragen. Aber er spürte, dass sie nur aus Höflichkeit fragte, dass ihre Gedanken woanders waren.

„Okay“, sagte sie, als er den Laptop wieder auf den Tresen stellte. „Ich habe genug gesehen.“

„Und?“

„Und ich will mehr.“ Sie lachte, ein echtes Lachen diesmal. „Ich weiß nicht, wie ich zwei Tage durchhalte, ohne dich zu sehen.“

„Dann sehen wir uns jetzt“, sagte er. „Ich meine… du kannst mich jetzt sehen. Ich kann dich sehen. Was willst du mehr?“

Sie schüttelte den Kopf. Ihre Hand bewegte sich, und er hörte ein Rascheln, das Geräusch von Stoff. Sie trug ein graues T-Shirt, und er sah, wie sie am Saum zupfte.

„Ich will dich näher sehen“, sagte sie. „Ich will… Martin, ich will dich sehen. Ganz. Wenn das nicht zu verrückt ist.“

Sein Puls beschleunigte sich. Er schluckte. „Du meinst…“

„Ich meine, dass ich seit einem Jahr von dir träume, und ich habe nicht vor, noch eine Nacht zu warten. Du vielleicht?“

Er schüttelte den Kopf, zu schnell, und sie lachte wieder, leiser diesmal, ein Atemzug.

„Dann zieh dich aus“, sagte sie. „Langsam. Ich will zusehen.“

Der Raum wurde plömmt vor Intensität. Er stand auf, trat einen Schritt zurück vom Tresen, sodass er im Licht stand. Seine Hände zitterten, als er den ersten Knopf seines Hemdes öffnete. Sie sah zu, ihre Augen auf ihn gerichtet, ihr Gesicht im Schein des Bildschirms weich.

„Langsam“, sagte sie noch einmal, und er gehorchte.

Er öffnete den zweiten Knopf, den dritten, und schob das Hemd von den Schultern. Es fiel zu Boden. Er trug nichts darunter, und er sah, wie ihr Blick über seine Brust wanderte, über das graue Haar, das sich dort gesammelt hatte, über die Narbe von seiner alten Operation, die er immer zu verstecken versucht hatte, wenn er nackt vor anderen war. Aber hier, vor ihr, wollte er nichts verstecken.

„Du bist schön“, sagte sie leise. „Du bist so verdammt schön.“

Er lachte, ein raues Geräusch. „Ich bin fünfzig, Clara.“

„Ich weiß. Und ich will dich trotzdem. Ich will dich, weil du fünfzig bist und weil du diese Narbe hast und weil du hier stehst und dich für mich ausziehst, obwohl du Angst hast.“

„Woher weißt du, dass ich Angst habe?“

„Ich kenne dich, Martin. Ich kenne dich besser als jeder andere, der je in deinem Leben war. Ich habe dich kennengelernt, als du am Boden warst, und ich habe dich aufsteigen sehen. Ich weiß, wovor du Angst hast. Aber ich bin hier. Ich bin immer noch hier.“

Er öffnete seinen Gürtel. Seine Finger bewegten sich langsam, und sie beobachtete jede Bewegung. Der Reißverschluss, der Knopf, die Hose, die er von den Beinen streifte. Er stand in seiner Unterhose vor ihr, und er sah, wie ihre Hand über ihr eigenes T-Shirt glitt, über ihren Bauch, höher.

„Zeig mir auch“, sagte er. „Ich will dich sehen.“

Sie zögerte einen Moment. Dann zog sie das T-Shirt über den Kopf. Sie trug keinen BH, und ihre Brüste waren voll, schwer, die Brustwarzen hart, als sie das Licht trafen. Er sog die Luft ein.

„Gott“, sagte er. „Clara.“

„Das ist noch nicht alles“, sagte sie. Sie stand auf, trat einen Schritt vom Laptop zurück, sodass er sie ganz sah. Sie trug enge Jeans, und sie öffnete sie langsam, Knopf für Knopf, Hüfte schwingend. Sie schob sie über ihre Hüften, über ihre Oberschenkel, und er sah den Streifen ihres schwarzen Slips, das dunkle Haar darunter, das hervorlugte.

„Zieh sie aus“, sagte er. „Bitte.“

Sie gehorchte. Der Slip folgte, und dann war sie nackt. Sie stand da, im flackernden Licht des Bildschirms, und er sah alles: die Kurve ihrer Hüften, den dunklen Flaum zwischen ihren Beinen, die Nässe, die er sogar auf dem Bildschirm zu erkennen glaubte, den Schimmer auf ihrer Haut.

„Ich will dich schmecken“, sagte er, und seine Stimme war heiser. „Ich will dich auf meiner Zunge haben, bis du schreist.“

„Dann komm her“, sagte sie. „Komm zu mir.“

„Ich kann nicht. Du bist in Seattle.“

„Dann jetzt“, sagte sie. „Jetzt, hier. Zeig mir, was du tust. Wenn du an mich denkst. Wenn du allein bist.“

Er verstand. Er zog seine Unterhose aus, und sein Schwanz sprang hervor, hart, prall, die Eichel glänzend. Er sah, wie ihre Augen groß wurden, wie sie sich auf die Lippe biss.

„Fass dich an“, sagte sie. „Zeig mir, wie du es machst.“

Er ließ sich auf den Barhocker sinken, spreizte die Beine, umarmte die Kamera mit seinem Körper. Seine Hand umschloss seinen Schwanz, und er begann, ihn langsam zu streicheln, während er sie ansah. Sie hatte sich inzwischen auf ihr Bett zurückgelehnt, die Beine gespreizt, eine Hand zwischen ihren Schenkeln, die sich bewegte, als sie ihn beobachtete.

„Ja“, sagte sie. „Genau so. Schneller. Ich will sehen, wie du kommst.“

Er gehorchte. Seine Hand wurde schneller, sein Atem flacher. Er sah auf sie, auf ihre Finger, die zwischen ihren Schamlippen glitten, auf ihre Brüste, die sich bei jeder Bewegung hoben. Er hörte ihre leisen Laute durch den Lautsprecher, dieses Wimmern, das er so oft in seinen Träumen gehört hatte.

„Ich bin nah“, stöhnte er. „Clara, ich bin so nah.“

„Warte“, sagte sie. „Warte, ich will es mit dir zusammen machen. Ich will fühlen, wie du kommst, während ich komme.“

Sie richtete sich auf, ihre Hand arbeitete schneller zwischen ihren Beinen. Er sah, wie ihre Finger hektischer wurden, wie ihre Hüften sich gegen ihre Hand drückten. Ihr Gesicht war rot, ihre Augen geschlossen, ihre Lippen geöffnet.

„Jetzt“, keuchte sie. „Jetzt, Martin, jetzt!“

Er ließ sich gehen. Der Orgasmus traf ihn wie eine Welle, wie ein Ertrinken. Er spürte, wie er kam, wie sein Sperma über seine Finger und seine Oberschenkel spritzte, während er stöhnte, während er ihren Namen rief, während er sie durch den Bildschirm ansah, wie sie sich wand, wie sie ihren eigenen Höhepunkt erreichte, ihre Stimme, die ihn rief.

Sie kamen zusammen, und für einen Moment gab es nichts anderes als das: zwei Körper in zwei Städten, verbunden durch Licht und Ton, verbunden durch das, was sie voneinander wussten, verbunden durch die Geschichte, die sie gemeinsam geschrieben hatten.

Als sie sich erholt hatten, lagen sie still da, den Atem beruhigend. Sie hatte den Laptop auf das Bett gestellt, und er sah ihr Gesicht, weich und müde, die Haare zerzaust.

„Das war…“, begann er.

„Ein Anfang“, sagte sie. „Das war nur ein Anfang.“

„Wenn du hier bist…“

„Wenn ich hier bin, werde ich dich anfassen. Überall. Und ich werde nicht aufhören, bis du nicht mehr kannst. Und dann werden wir es wieder tun. Und noch einmal. Und jedes Mal wird es anders sein, weil ich dich endlich haben werde. Wirklich. Nicht durch einen Bildschirm.“

Er nickte. Im Hintergrund sah er den Regen wieder an ihrem Fenster, die Tropfen, die über das Glas liefen.

„Zwei Tage“, sagte er. „Nur zwei Tage.“

„Das ist der Plan“, sagte sie. „Und danach sehen wir weiter. Wir sind Freunde, Martin. Freunde mit einer sehr langen Vorgeschichte. Und ich habe vor, diese Geschichte weiterzuschreiben. Seite für Seite. Mit dir. In deinem Loft. In deinem Bett.“

Sie lächelte, und er lächelte zurück. Der Bildschirm flackerte kurz, als wolle er sie trennen, aber dann war es wieder ruhig.

„Ich hole dich vom Flughafen ab“, sagte er.

„Das weiß ich“, sagte sie. „Und danach bringst du mich nach Hause. In dein Zuhause. Und dann…“

„Und dann?“

„Und dann wirst du sehen.“ Sie gähnte. „Ich bin müde. Ich muss schlafen. Morgen ist ein langer Tag.“

„Schlaf gut, Clara.“

„Du auch, Martin. Träum von mir.“

„Das tue ich immer.“

Sie lachte leise, und dann beendete sie den Anruf. Der Bildschirm wurde schwarz, und plötzlich war das Loft wieder leer, nur er und das Geräusch der Straße unten, der Regen, der jetzt auch hier begann, gegen die Scheiben zu schlagen.

Er stand auf, ging zum Fenster, sah auf die Lichter von Manhattan. Der Sommer war fast vorbei, und der Herbst zog herauf. In zwei Tagen würde sie hier sein. In zwei Tagen würde er ihre Haut spüren, ihren Geruch einatmen, ihre Stimme ohne Filter hören. Er wusste nicht, was danach kam. Er wusste nur, dass er bereit war. Zum ersten Mal seit Jahren, wirklich bereit.

Er schaltete das Licht aus, legte sich in sein Bett, das frisch bezogen roch, und schloss die Augen. Im Dunkeln sah er sie noch immer. Und er wusste, dass er die nächsten zwei Tage zählen würde, jede Stunde, jede Minute, bis sie durch diese Tür trat.

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