Drei Monate. Drei Monate, in denen ich mir seinen Atem in die Muschel des Telefons malte, seine Hände auf meiner Haut spürte, während ich allein im Bett lag. Drei Monate Fernbeziehung, drei Monate nur Stimme im Hörer, Pixel auf dem Bildschirm. Drei Monate, in denen ich mir jeden Abend mit der Hand half, während ich mir sein Gesicht vorstellte, seinen Geruch, die Art, wie er meinen Namen flüstert, kurz bevor er kommt. Und ich hatte aufgegeben. Hatte mich in die Routine gefügt, in das Warten. Doch dann, an einem grauen Freitagnachmittag, als ich in der U-Bahn stehe, völlig durchgefroren und mies gelaunt, sehe ich ihn.

Da steht er. Am Bahnsteig gegenüber. Meine Tasche fällt mir fast aus der Hand. Er hebt die Hand, winkt, grinst so breit, dass ich seine Zähne sehen kann, und ich merke, wie mir Tränen in die Augen schießen. Ich renne. Nicht elegant, nicht anmutig — ich remple Leute an, stoße mit einem Rollkoffer, entschuldige mich nicht. Ich will nur zu ihm.
Wir fallen uns in die Arme. Sein Mantel riecht nach Zugabteil und diesem speziellen Parfüm, das ich ihm zum Geburtstag geschenkt habe. Er drückt mich so fest, dass mir die Luft wegbleibt. „Überraschung“, murmelt er in mein Haar. Ich schlage ihm gegen die Brust, halb wütend, halb erleichtert. „Du Idiot. Warum hast du nicht gesagt…“ Er küsst mich einfach. Mitten auf dem Bahnsteig, zwischen all den Menschen. Sein Mund ist kalt von der Zugluft, aber seine Zunge ist warm, und plötzlich bin ich wieder da, in diesem vertrauten Sog.
„Komm“, sage ich heiser, als wir uns lösen. „Ich will nur noch nach Hause.“ Er lacht, nimmt meine Hand, und wir laufen fast, die Treppe hoch, raus auf die Straße, zwei U-Bahn-Stationen zu Fuß, weil wir keine Geduld mehr haben. In der Wohnung lasse ich die Tür ins Schloss fallen, werfe die Schlüssel auf den Flurtisch, drehe mich um. Er steht da, mit diesem Blick, den ich so gut kenne — dunkel, hungrig, als wäre ich das einzige Essen auf der Welt.
Der erste Kuss
Diesmal küsst er mich nicht vorsichtig. Es ist kein Wiedersehenskuss, kein sanftes Abtasten. Es ist ein Kuss, der sagt: Ich hab dich so vermisst, dass es weh tut. Seine Hände fahren in meine Haare, ziehen meinen Kopf zurück, er beißt mir fast in die Unterlippe. Ich stöhne auf, öffne den Mund, lasse ihn ein. Seine Zunge erforscht mich, fordernd, besitzergreifend. Ich spüre seinen harten Schwanz schon durch die Hose, presse mich gegen ihn. Er stößt leise die Luft aus, greift nach meinem Hintern, drückt mich fester an sich.
„Ins Bett“, keuche ich zwischen zwei Küssen. Er schüttelt den Kopf. „Hier. Sofort.“ Er schiebt mich gegen die Wand, reißt an meiner Bluse — die Knöpfe fliegen, einer kullert unter den Schrank. Ich kümmere mich nicht darum. Seine Hände sind unter meinem BH, seine Finger an meinen Brustwarzen, und ich zittere, weil ich vergessen hatte, wie gut sich das anfühlt. Er beugt sich vor, nimmt eine Brustwarze in den Mund, saugt, während seine Hand die andere massiert. Ich lehne den Kopf gegen die kalte Wand, schließe die Augen, lasse es geschehen. Ein leises Stöhnen entweicht mir, als seine Zunge kreist. Er wechselt die Seite, widmet sich der anderen mit derselben Hingabe. Ich spüre, wie meine Nässe durch den Slip dringt.
„Ich will dich ganz“, murmle ich. Er richtet sich auf, sein Blick ist ernst. „Dann kriegst du mich ganz.“
Entkleiden
Wir ziehen uns aus, aber nicht synchron, nicht eilig. Jeder Handgriff ist eine kleine Zeremonie. Er knöpft sein Hemd auf — ich sehe seine Brust, die ich so oft gestreichelt habe auf Fotos, aber jetzt ist sie echt. Ich fahre mit den Fingern über die leichten Härchen, spüre seinen Herzschlag unter meiner Hand. Er schließt die Augen, atmet tief. Dann öffnet er meine Hose, zieht sie mir über die Hüften, kniet sich hin, um sie ganz auszuziehen. Ich stehe im Slip, sehe auf ihn herab, wie er mit den Zähnen den Stoff packt und langsam nach unten zieht. Sein Atem streift meine Schenkel, heiß und stoßweise. Er küsst meinen Bauchnabel, meine Hüftknochen, dann vergräbt er das Gesicht zwischen meinen Beinen, über den Slip hinweg. Ich zucke zusammen, weil es so gut ist, so unerwartet. Er lacht leise, haucht gegen den Stoff — das summt mir durch den ganzen Körper. Ich greife in seine Haare, drücke ihn fester an. Seine Zunge findet durch den dünnen Stoff meinen Spalt, leckt sanft. Ich stöhne laut auf, die Knie werden weich.
Ich fasse ihn unter den Achseln, ziehe ihn hoch. „Du machst mich verrückt.“ Er grinst. „Das will ich auch.“
Dann liegen wir auf dem Bett, nackt, unsere Körper endlich aneinander. Es fühlt sich an, als ob ein Teil von mir, der gefehlt hat, wieder eingepflanzt wird. Seine Hände gleiten über meinen Rücken, meine Taille, meine Schenkel. Ich spüre jede einzelne Berührung wie einen Blitz. Er ist bereits hart, sein Schwanz liegt warm gegen meinen Oberschenkel. Ich greife hin, umfasse ihn, streichle die Länge. Er stöhnt, drückt die Stirn gegen meine Schulter.
„Nicht“, sagt er, aber seine Hüfte bewegt sich mir entgegen. „Ich will in dir kommen, nicht in deiner Hand.“
Ich lasse los, aber nur, um mich auf ihn zu setzen. Er liegt auf dem Rücken, ich ritte ihn, langsam, immer noch nicht ganz eingetaucht. Sein Gesicht ist eine Maske aus Begehren und Konzentration. Ich führe seine Spitze an meine Öffnung — da bin ich bereits nass, die Sehnsucht hat mich von innen überflutet. Ich senke mich, Zentimeter für Zentimeter, und sein Mund öffnet sich, als würde er beten.
Vereinigung
Als ich ihn ganz in mir habe, halten wir beide inne. Fünf Sekunden Stille, nur unser Keuchen. Ich spüre ihn tief, jede Ausdehnung, jeden Puls. Er füllt mich aus, verbindet die Leere der letzten Monate. Ich bewege mich auf ihm, auf und ab, Kreise, kippe die Hüfte. Er greift nach meinen Händen, verschränkt die Finger, stützt sich ab, um mitzustoßen. Jeder Stoß trifft genau. Ich spüre, wie mein Körper reagiert, wie die Spannung steigt, wie sich etwas zusammenzieht und wieder löst. Er sieht mir in die Augen, und wir sagen nichts, weil die Wörter überflüssig sind.
Ich lege mich auf ihn, Brust an Brust, küsse seinen Hals, beiße sanft in sein Ohrläppchen. Er stöhnt, umfasst meinen Hintern, hilft mir, den Rhythmus zu finden. Es wird schneller, wilder, das Bett quietscht, mein Atem wird flach. Ich spüre, wie er noch härter wird, wie er die Luft anhält. „Gleich“, presst er hervor. „Ich bin kurz davor.“ Ich nicke, reibe mich an ihm, reize den Punkt, der mich in den Abgrund stürzt. Da ist eine Welle, die sich aufbaut, ein Druck, der mich ausfüllt, und dann bricht es: Mein Körper verkrampft sich, ich schreie etwas Unverständliches, zittere um ihn herum, während ich ihn fühle, wie er sich in mir entlädt, warm, stoßweise, ein letztes Zucken.
Erschöpfung
Wir liegen ineinander, verschwitzt, außer Atem. Er streicht mir die Haare aus dem Gesicht, küsst meine Stirn. „Vermisst“, flüstert er. Ich lache, erschöpft und glücklich. „Ja, sehr.“ Wir schlafen eine Weile, eingerollt wie zwei Löffel. Später, als die Dämmerung das Zimmer blau färbt, wache ich auf. Er ist wach, sieht mich an. „Hast du Hunger?“, frage ich. Er schüttelt den Kopf. „Hab nur Hunger auf dich.“
Diesmal ist es langsamer, zärtlicher. Er dreht mich auf den Bauch, küsst mir den Rücken hinunter, bis zum Steißbein, dann weiter. Seine Zunge findet mich, öffnet mich, taucht ein. Ich vergrabe das Gesicht im Kissen, stöhne in den Schaumstoff. Er macht es perfekt — nicht zu fest, nicht zu sanft, genau der Rhythmus, der mich trägt. Ich komme ein zweites Mal, diesmal mit einem langen, tiefen Seufzer, als würde ich etwas loslassen, was ich zu lange festgehalten habe.
Danach liegen wir auf dem Rücken, die Beine verflochten. Ein Fetzen Abendlicht fällt durchs Fenster. „Morgen früh musst du wieder weg?“, frage ich leise. „Sonntagabend“, sagt er. „Bis dahin bin ich ganz dein.“
Ich drehe mich zu ihm, lege eine Hand auf seine Brust. „Gut. Dann lass uns keine Minute verschwenden.“
Er lacht, und ich küsse ihn, und die Nacht ist noch lang. Nach einer Weile des Ausruhens wird seine Hand wieder neugierig. Sie wandert über meinen Bauch, tiefer, findet die feuchte Hitze zwischen meinen Beinen. „Schon wieder?“, frage ich atemlos. Er nickt, ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen. „Ich will dich noch mal fühlen, ganz nah.“ Er rollt sich auf mich, sein Gewicht ist vertraut, seine Wärme hüllt mich ein. Diesmal ist der Rhythmus anders: sanft, fast zögerlich, als würde er mich bitten, ihn noch einmal zu empfangen. Ich öffne mich, hebe die Beine, schlinge sie um seine Hüften. Er gleitet in mich, mühelos, und wir bewegen uns im Gleichklang, langsam, jede Bewegung eine Liebkosung. Ich spüre, wie sich in mir eine neue Welle aufbaut, nicht so heftig wie die ersten Male, sondern tief und ruhig. Als ich komme, ist es eine stille Flut, die mich durchströmt. Er folgt kurz darauf, mit einem leisen Stöhnen, und bleibt in mir liegen, bis unser Atem sich beruhigt hat.
So finden wir uns immer wieder, in den Stunden bis zum Morgen. Wir sprechen wenig, aber jede Berührung sagt alles: Ich bin da. Ich bleibe. Und als die ersten Sonnenstrahlen durch die Vorhänge dringen, schlafen wir endlich ein, immer noch eng umschlungen, als wollten wir die vergangenen drei Monate in einer einzigen Nacht nachholen.
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