Der Ordner knallte auf die polierte Eichenholzplatte. „Sie halten mich also für einen Blender?“ Meine Stimme klang ruhiger, als ich mich fühlte. Meine Chefin, Frau Dr. Voss, riss den Blick vom Laptop los. In ihren grauen Augen flackerte etwas: Ärger oder Überraschung, vielleicht beides. Sie drehte den Stift zwischen den Fingern – ein Tick, den ich längst entschlüsselt hatte. „So habe ich das nicht gesagt, Herr Bergmann. Aber Ihr Konzept für die Kampagne … es ist gewagt.“ „Gewagt ist gut“, erwiderte ich. „Sie haben mich eingestellt, weil ich querdenke. Oder zählt das nur, wenn es in Ihre Schublade passt?“

Sie stand auf, kam um den Tisch herum. Die Abendsonne fiel durch die Jalousien, zeichnete Streifen auf ihren dunklen Hosenanzug. Ich roch ihr Parfüm – holzig, mit einer süßen Note, die mir in den Kopf stieg. „Sie überschreiten Grenzen“, sagte sie leise. „Das mag ich. Und das hasse ich.“ „Welche Grenzen meinen Sie?“, fragte ich, drehte mich halb zu ihr. Wir standen jetzt einen Meter voneinander entfernt. Im leeren Großraumbüro war nur das Summen der Klimaanlage zu hören, ein gleichmäßiger Atemzug des Gebäudes.
Sie lachte kurz, ein Ton, der nicht fröhlich klang. „Die zwischen Praktikant und Vorgesetzter. Zwischen Idee und Umsetzung. Zwischen …“ Sie stockte, fuhr sich durch ihr kurzes blondes Haar. „Vergessen Sie es. Gehen Sie nach Hause.“ „Ich will aber nicht gehen“, sagte ich. Der Satz hing zwischen uns, schwer und geladen. Sie sah mich an, ihre Pupillen weiteten sich, als ob sie mich zum ersten Mal wirklich sähe. „Was wollen Sie dann, Herr Bergmann?“ Ihre Stimme hatte einen rauen Unterton bekommen, der mir direkt in den Magen fuhr.
„Ich will, dass Sie mich beim Vornamen nennen. Und ich will wissen, was Sie wirklich denken. Nicht das, was Sie sagen, um professionell zu wirken.“ Sie trat einen Schritt näher. Ich spürte die Wärme ihres Körpers, die Hitze, die von ihr ausging. „Lukas“, sagte sie, und mein Name klang in ihrem Mund wie eine Drohung und ein Versprechen zugleich. „Du willst also die Kontrolle? Glaubst du, du kannst sie mir nehmen?“ „Ich will sehen, was passiert, wenn wir sie beide loslassen“, antwortete ich. Meine Hand hob sich, fast von selbst, und strich eine Strähne aus ihrer Stirn. Sie zuckte nicht zurück.
Stattdessen legte sie ihre Hand auf meine. Ihre Finger waren kühl, aber ihr Griff fest, fast fordernd. „Du spielst ein gefährliches Spiel“, flüsterte sie. „Die besten Spiele sind gefährlich.“ Ich drehte ihre Hand um, küsste ihre Handfläche. Sie atmete scharf ein, ein leises Zischen, das mich elektrisierte. Ihre Augen wurden dunkel, das Grau fast schwarz, die Pupillen weit. Dann küsste ich sie. Nicht sanft, sondern fordernd, ein Kuss, der alles wegfegte. Sie öffnete den Mund, ließ meine Zunge hinein. Ihr Geschmack war bitter von Kaffee und süß von Lippenstift, eine Mischung, die mich schwindlig machte. Eine Hand griff in mein Haar, die andere zog an meinem Hemdkragen. Der Stoff spannte, ein Knopf sprang ab und klickte auf den Teppich, ein leises Geräusch in der Stille.
„Nicht hier“, keuchte sie, löste sich von mir. „Mein Büro.“ Sie zog mich hinter sich her, durch die Glasfront, die sie mit einer Handbewegung schloss. Die Jalousien fielen summend herab, tauchten den Raum in ein gedämpftes Orange, das an Abenddämmerung erinnerte. Sie lehnte mich gegen die Kante ihres Schreibtischs, öffnete geschickt die restlichen Knöpfe meines Hemds. Ihre Hände glitten über meine Brust, die Finger spielten mit den Härchen um meinen Bauchnabel, zogen Kreise auf meiner Haut. „Du bist jung“, murmelte sie. „Überraschend muskulös für einen Studenten.“ „Ich mache Kampfsport“, antwortete ich, während ich den Reißverschluss ihrer Hose öffnete. Sie trug nichts darunter. Meine Finger fanden sie feucht, die Schamlippen glatt und warm. Sie stöhnte leise, drückte sich gegen meine Hand, ein sanftes Drängen.
„Frechheit“, sagte sie, aber ihre Stimme brach. „Immer diese Frechheit.“ Sie befreite mich aus meiner Hose, ließ sie zu Boden fallen. Meine Erektion stand hart und bereit, pulsierend im orangefarbenen Licht. Sie umfasste sie, strich einmal langsam von der Eichel bis zur Wurzel, eine feste, forschende Berührung. Ein Schauer lief durch meinen Körper, ein Zittern, das ich nicht unterdrücken konnte. „Leg dich hin“, befahl sie. Ich gehorchte, ließ mich rücklings auf den Schreibtisch sinken. Kühles Holz unter meinem Rücken, die Kante drückte gegen meine Schulterblätter. Sie beugte sich über mich, ihre Brüste, von einem schlichten Bügel-BH umschlossen, streiften meine Haut. Sie nahm mich in den Mund, ohne Zögern. Ihre Zunge umspielte die Eichel, kreiste um die empfindlichste Stelle, ihre Lippen saugten. Ich stöhnte, griff in ihr Haar, versuchte, die Hüften still zu halten, aber der Drang war übermächtig.
„Nicht kommen“, murmelte sie, ließ kurz ab, ihr Atem warm auf meiner Haut. Dann nahm sie mich tiefer, bis ich ihren Rachen spürte, die Enge und Wärme. Ich bog den Kopf zurück, die Decke verschwamm, das Orange wurde zu einem einzigen Farbteppich. Ihre Hand umfasste meine Hoden, massierte sanft, während ihr Mund mich weiter bearbeitete. Es dauerte nicht lange, bis ich mich am Rand fühlte, die Welt nur noch aus Empfindungen bestand.
Nach einer Weile richtete sie sich auf, wischte sich mit dem Handrücken über den Mund. Ihr Blick war triumphierend, ihre Lippen glänzten. „Jetzt du“, sagte sie. Ich stand auf, drehte sie um, beugte sie über den Schreibtisch. Ihre Hose lag auf dem Boden, ihre Beine nackt, die weiße Haut im Zwielicht. Ich sah ihr feuchtes Geschlecht, die Falten, die sich öffneten, einladend. „Bist du sicher?“, fragte ich, obwohl ich wusste, dass jedes Zögern nur ein Spiel war. „Fick mich, Lukas“, sagte sie. Deutlich. Ohne Umschweife. Diese Worte brannten sich in mein Hirn.
Ich drang in sie ein. Sie war eng, heiß, und ihr Schrei, als ich tief in ihr war – ein erstickter Laut, der im leeren Büro hallte. Ich bewegte mich langsam, jede Bewegung auskostend, das Gefühl ihrer Wände, die mich umschlossen. Ihre Hände krampften auf der Schreibtischplatte, die Knöchel weiß, sie spreizte die Beine weiter, um mich tiefer zu lassen. „Härter“, keuchte sie. „Nimm mich härter.“ Ich packte ihre Hüften, zog sie gegen mich, rammte mich in sie. Der Tisch rutschte ein Stück, quietschte auf dem Teppich – ein schrilles Geräusch, das uns antrieb. Ihr Stöhnen wurde lauter, unkontrollierter, ein Rhythmus, der mich mitriss. Ich spürte, wie sie sich um mich zusammenzog, ihre Muskeln pulsierten, ein inneres Beben. „Ich komme“, presste sie hervor, und dann war da dieser Laut, tief aus ihrer Kehle, und ihre Flüssigkeit lief an meinen Schenkeln hinab, während sie zuckte, ihr Körper sich in Wellen ergoss.
Das brachte mich an den Rand. Ich stieß noch ein paarmal zu, dann entlud ich mich in ihr, in heißen Stößen, die mich durchschüttelten, die mich leer werden ließen. Ich blieb in ihr, bis mein Atem sich beruhigte, dann zog ich mich langsam zurück, ein widerstrebendes Lösen. Sie drehte sich um, ihre Wangen gerötet, die Bluse zerknittert, der BH verrutscht. „Das war …“, begann sie, aber ich unterbrach sie mit einem Kuss. Diesmal länger, weicher, ein Nachhall der Erregung. „Ich weiß“, sagte ich. „Morgen um neun? Die Kampagne muss fertig werden.“ Sie lachte, diesmal wirklich, ein echtes Lachen, das ihre Augen zum Leuchten brachte. „Du bist unverschämt.“ „Und du magst es.“ Sie schüttelte den Kopf, aber ihr Lächeln blieb.
Während wir uns anzogen, wich das Orange der Sonne einem tiefen Blau. Die Jalousien warfen lange Schatten über den Teppich. Als ich zur Tür ging, hielt sie mich am Arm fest. „Lukas? … Nächste Woche, die Dienstreise nach Hamburg. Ich könnte einen Assistenten brauchen.“ Ich sah sie an. Ihr Blick war ernst, aber in ihren Mundwinkeln zuckte es. „Ich denke, das lässt sich einrichten“, sagte ich. Draußen im Flur war die Luft kühl. Ich atmete tief ein, roch noch ihr Parfüm an meiner Haut, gemischt mit dem Geruch von Schweiß und Sex. Der Aufzug brachte mich nach unten, in die Nacht, die Stadtlichter flackerten. Morgen früh würde ich wieder an ihrem Schreibtisch sitzen, Konzepte besprechen, Grenzen austesten – ein Spiel, das gerade erst begonnen hatte. Aber heute Nacht gehörte mir.
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